Unternehmen - Romed Klein zieht sich aus seiner Firma zurück / Für die Herausforderungen der Zukunft bestens gerüstet Ein Trio an der Spitze von Elektro Klein

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Dirk Rosenberger
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Romed Klein (2.v.r.) hat die Elektro Klein GmbH verkauft und die Geschäftsführung übergeben. Zum bisherigen weiteren Geschäftsführer Nico Schuster (li.) stoßen Thorsten Vogt (2.v.l.) und Manuel Amtmann. Die beiden sind bereits sei Jahren als Technischer Leiter (Vogt) und Kaufmännischer Leiter (Amtmann) im Unternehmen. © Zelinger

Bensheim. Das klassische Strippenziehen? Dafür kann man die Elektro Klein GmbH natürlich noch engagieren. Aber mit den Herausforderungen der Gegenwart stieg auch das Angebots- und Leistungsspektrum der alteingesessenen Bensheimer Firma. „Wir haben uns kontinuierlich weiterentwickelt: von einem Zwei-Mann-Betrieb zu einem Unternehmen mit 40 Mitarbeitern“, betont Romed Klein.

Vor 65 Jahren in der Hauptstraße gegründet

1955 gründet Elektromeister Heinz Klein in der Hauptstraße in Bensheim seinen Betrieb.

1969 vergrößert sich die Firma und zieht in die Wilhelm-Euler-Straße.

1982 beginnt der langjährige Geschäftsführer Romed Klein seine Lehre, die er 1986 mit dem Gesellenbrief abschließt. Im gleichen Jahr übernimmt er nach dem Tod des Vaters Elektro Klein.

1990 schließt Klein erfolgreich die Meisterprüfung ab. Die Werkstatt zieht in größere Räume in der Wormser Straße.

1994 kauft Klein eine Halle am heutigen Standort in der Wiesenstraße und baut diese zum Wohn- und Geschäftshaus um. 1996 wird Ein- und Umzug gefeiert.

2010 wird das Standbein „Regenerative Energien“ in ein separates Unternehmen ausgegliedert: die Energietechnik Klein GmbH.

2015 eröffnet Elektro Klein in der Wiesenstraße einen Showroom und gestaltet die Büros um.

2020 besteht der einstige Zwei-Mann-Betrieb seit 65 Jahren und verfügt über 40 Mitarbeiter. Romed Klein übergibt die Geschäftsführung an Nico Schuster, Manuel Amtmann und Thorsten Vogt. dr

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Der langjährige Geschäftsführer und Sohn des Unternehmensgründers Heinz Klein blickt auf arbeitsintensive und erfolgreiche Jahrzehnte zurück. 1986 musste er im Alter von 21 Jahren kurz nach seiner Gesellenprüfung und der Auszeichnung als Innungsbester in der Tasche das Erbe seines früh verstorbenen Vaters antreten. Er übernahm die technische und kaufmännische Betriebsführung, dazu legte er vier Jahre später die Meisterprüfung ab – ein Meilenstein in der persönlichen Vita und der Biografie der Firma.

Ein neuer Meilenstein

Zum Jahreswechsel stand nun ein neuer Meilenstein an. Romed Klein hat seine Firma an Nico Schuster, Manuel Amtmann und Thorsten Vogt verkauft und damit die Geschäftsführung übergeben. Er selbst wird vorläufig in beratender Tätigkeit dem Betrieb erhalten bleiben, die Verantwortung liegt nun aber in den Händen des Trios.

Die drei wiederum können auf langjährige Berufserfahrung bauen. Schuster trat als staatlich geprüfter Techniker bereits 1996 ins Unternehmen ein und hatte mit Romed Klein die letzten sechs Jahren die Geschäftsführung inne. Amtmann kam 2014 als Kaufmännischer Leiter zu Elektro Klein, Vogt (Elektromeister) verstärkt das Team seit 2016 als Technischer Leiter.

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Eingewöhnungszeit braucht somit keiner der neuen Geschäftsführer, auch für die Mitarbeiter ist ein kontinuierlicher Übergang mit bekannten Gesichtern gewährleistet.

Die Firmenphilosophie – „Kein Aufwand ist uns zu groß, und kein Auftrag zu klein“ – haben sie nicht nur verinnerlicht, sondern wollen sie in bewährter Weise fortführen. „Wir wissen, in welche Richtung wir gemeinsam weitergehen wollen. Wichtig ist ein kundenorientiertes Denken“, bestätigte Manuel Amtmann. Dass man sich weiter mit den Zukunftsthemen rund ums Haus befassen wird und dafür maßgeschneiderte Lösungen anbieten will, steht außer Frage. Auf dem Markt hat man sich in den vergangenen Jahren entsprechend positioniert. Neben der klassischen Elektroinstallation und dem Kundendienst hat sich Elektro Klein im „Smart Home“-Bereich einen Namen gemacht, der intelligenten Vernetzung der eigenen vier Wände. Das beinhaltet die Steuerung von Rollläden und der Heizung ebenso wie der Beleuchtung und die Einbindung eines Alarmsystems – alles steuerbar über Handy oder Tablet.

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Hinzu kommt das weite Feld der regenerativen Energien. Dort wird man in Zukunft sicherlich einen Schwerpunkt setzen. Zum Spektrum zählen Photovoltaikanlagen und Solarthermie ebenso wie die Installation von Wärmepumpen, Batteriespeichern, Klimaanlagen in Wohn- und Geschäftshäusern sowie Autoladestationen (künftig auch bidirektionales Laden). „Der auf dem Dach produzierte Strom kann so komplett im Haus verbraucht werden“, fasst Klein zusammen.

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Der Fachbetrieb ist zudem als Dienstleister in der Straßenbeleuchtung unterwegs. Das beinhaltet die komplette Umrüstung, Neuerrichtung oder Unfallreparaturen.

Eng mit dem scheidenden Geschäftsführer verbunden ist in Bensheim auch die Weihnachtsbeleuchtung in der Innenstadt und der Weihnachtsbaum am Marktplatz. Dass man seit 2007 im Zentrum eine schöne Fichte oder Tanne mit 30 000 LED-Lichtern bewundern kann, „geht auf eine Idee von mir zurück, die ich gegen alle Widerstände damals auch durchgesetzt habe“, so Romed Klein. Als stellvertretender Vorsitzender des Vereins „Bensheim Aktiv“ zieht er seit damals im übertragenen Sinn die Strippen.

„Mehr von der Welt sehen“

Künftig will er aber „ein bisschen mehr von der Welt sehen“ und ein wenig von dem nachholen, was er durch die Firmenübernahme in jungen Jahren verpasst habe. In den vergangenen sechs Monaten hat sich Romed Klein schon ein Stück weit aus dem Tagesgeschäft zurückgezogen. Seit dem 1. Januar haben nun Nico Schuster, Manuel Amtmann und Thorsten Vogt offiziell das Sagen. Sie übernehmen eine bestens aufgestellte Firma, zu deren Erfolg sie selbst und die Mitarbeiter seit Jahren aktiv beigetragen haben. Und sollten doch Fragen auftauchen, ist der alte Chef nicht aus der Welt.

Redaktion