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Kronepark - Am Sonntag wird das Jubiläum mit einem bunten Programm gefeiert / Rückblick auf die Einweihung 1972

Den Musikpavillon im Auerbacher Kronepark gibt es seit 50 Jahren

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kn
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Der Musikpavillon im Auerbacher Kronepark wurde vor 50 Jahren eingeweiht. Der Kur- und Verkehrsverein feiert das Jubiläum am Sonntag mit einem abwechslungsreichen Programm. © Thomas Neu

Auerbach. Am 10. April 1972 war dem Bergsträßer Anzeiger zu entnehmen, dass am Sonntag, 23. April, um 11 Uhr der neu geschaffene Parkplatz hinter den Hotel Krone und abends der ebenfalls neu errichtete Musikpavillon eingeweiht werden sollen.

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Am 19. April hieß es dann, dass die Übergabe des Musikpavillons am Sonntag, 23. April 1972, standesgemäß um 10.30 Uhr stattfindet. Vom Parkplatz war hier keine Rede mehr. Berichtet wurde ferner, dass das Projekt Gesamtkosten von 15 000 Mark verursacht habe. Als Bedachung diente ein 14 mal 14 Meter großes, orangefarbenes Standartsonnensegel.

Diese Leichtbauweise war offensichtlich gewollt, denn bereits bei der Eröffnung war von einer angedachten Versetzung im Rahmen der Gesamtgestaltung des Parks die Rede. Besonders wichtig erschien dem Berichterstatter aber der Hinweis, dass die Übergabe im Beisein auswertiger Gäste, die mit einem Sonderzug anreisen würden, erfolgt. Damit dürfte auch die Verschiebung vom Abend auf den Vormittag ihre Begründung finden.

Edelweiß und Opernsänger

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Absolut zeitgenössisch war der musikalische Rahmen. Die damals sehr häufig auftretende Kapelle Edelweiß mit Dirigent Werner Urban bildete den Schwerpunkt des Programms. Ergänzt wurde dieses vom Männergesangverein Liedertafel unter der Leitung des in der Auerbacher Schlossstraße wohnenden Opernsängers Horst-Heinrich Braun und vom Gemischten Chor Harmonie mit Chorleiter Willi Bender. Alle drei Gruppen sind heute, mit Ausnahme der Liedertafel, die sich notgedrungen zwischenzeitlich zum Gemischten Chor entwickelt hat, Geschichte.

Die Übergabe erfolgte durch den Ersten Stadtrat Karl Pfeifer, denn Bensheim stand nach dem plötzlichen Tod von Bürgermeister Wilhelm Kilian mitten in den Vorgeplänkeln zur Bürgermeisterwahl. Übrigens spielte eine andere Auerbacher Planung in der Öffentlichkeit damals eine viel gewichtigere Rolle als der Musikpavillon – gemeint ist die zur gleichen Zeit vom Kur- und Verkehrsverein ins Spiel gebrachte Kabinen-Seilbahn zum Auerbacher Schloss.

Sie wurde damals im Parlament von der oppositionellen CDU als sozial-liberaler Bündniskitt von SPD und FDP gegeißelt, der für die Wahl eines SPD-Bürgermeisters die notwendigen Stimmen beim kleinen Koalitionspartner sichern sollte. Aber wie man heute weiß, kam alles anders, denn nach der Kommunalwahl 1972 konnte die CDU Georg Stolle inthronisieren und die Seilbahn war passe.

Dem BA vom 26. April ist dann zu entnehmen, dass Erster Stadtrat Pfeifer in seiner Festansprache betonte, dass zunächst ein Pavillon in Massivbauweise mit geschätzten Kosten in Höhe von 40 000 Mark vorgesehen gewesen, es aber jetzt erst einmal zu einer, heute würde man sagen „Lightversion“, aus der bereits eingangs erwähnten angedachten Versetzung gekommen sei. Für die Erstellung sorgte der städtische Bauhof.

Von Interesse dürften in diesem Zusammenhang die Ausführungen des damaligen Stadtverordnetenvorstehers Heinz Eiff bei der Einweihung sein, dass für das Projekt Musikpavillon bereits 1969 stolze 60 000 Mark in den städtischen Haushalt eingestellt waren. Die jetzt erreichten 15 000 bedeuteten jedoch keine Qualitätsminderung. Für die Planung und Ausführung zeichnete übrigens Stadtbaumeister Georg Thomasberger mit dem Hoch- und Tiefbauamt verantwortlich.

Für den Kur- und Verkehrsverein brachte dessen Vorsitzender Fritz Lühnsdorf seine Freude über das Zustandekommen des Vorhabens zum Ausdruck, da ein langgehegter Wunsch in Erfüllung gegangen sei. Er verband dies mit der Hoffnung, dass die moderne Form des Musikpavillons alle musischen Menschen von Bensheim und Umgebung anziehen werde, so der Bericht im BA. Von der neuen Einrichtung erhoffte man sich vor allem eine Konzentration des Fremdenverkehrs um die Krone herum, was aber wohl mehr einem Wunschdenken entsprach. Denn der nächste Hinweis auf ein Ereignis unter dem orangenen Sonnensegel findet sich im BA erst wieder am 29. Mai mit der Ankündigung einer musischen Veranstaltung am 18. Juni 1972.

Zurück in der Gegenwart ist es der Kur- und Verkehrsverein, der sich der Herausforderung angenommen hat, die Bedeutung des Musikpavillons für Auerbach in Szene zu setzen. Weniger traditionell wie 1972 geht am Sonntag (26.) von 11 bis 18 Uhr ein buntes und vielfältiges Jubiläumsprogramm über die Bühne. Den Auftakt gestaltet als Eröffnungskonzert der Musikverein Auerbach in der TSV Auerbach mit seinem Dirigenten Mathieu Ochs.

Darin eingebettet sind Grußworte von Bürgermeisterin Christine Klein und Stadtverordnetenvorsteherin Christine Deppert. Ab 12.30 Uhr schließt sich im Halbstundentakt ein 13 Programmpunkte umfassender Reigen von Musik, Tanz und Sport an. Gespannt darf man auch auf den Auftritt einer jugendlichen Bauchrednerin sein.

Ehrungen bei der Feuerwehr

Die Feuerwehr nutzt gegen 17 Uhr den festlichen Rahmen für Ehrungen und danach bestreitet die in Bensheim lebende Musicalsängerin Martina Klose das Finale. Durch das Programm führt der in solchen Dingen sehr bewanderte Vorsitzende des Kur- und Verkehrsvereins Reinhard Bauß.

Neben dem Bühnenprogramm warten auf die Besucher Informationsstände und Ausstellungen der Vereine. Der OWK präsentiert eine Fotoshow zum 140-jährigen Bestehen. Vertreten sind außerdem der Förderkreis der Evangelischen Kirche, der Kur- und Verkehrsverein mit Kunst im Fürstenlager und der Abteilung Kerb, die Freiwillige Feuerwehr, die TSV Auerbach mit ihrer Hüpfburg und der Gewerbekreis. Letzterer hat sich Luftballon-Wettfliegen mit blauen und gelben Ballons ausgedacht und verbindet dies mit einer Spendenaktion für die kriegsgeplagte Ukraine. Dazu hat er noch Auerbach-Shirts und Auerbach-Caps im Angebot.

Natürlich kommt auch das leibliche Wohl nicht zu kurz. Dafür sorgen die Abteilung Kerb mit Erbseneintopf und Würstchen sowie Kaltgetränken, die Awo Auerbach mit Kaffee und Kuchen und der Musikverein mit gebrannten Mandeln. Ein Abstecher in den Kronepark sollte sich daher am Sonntag jederzeit lohnen. kn

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