„Das diskreditiert alle Bürger, die sich eingebracht haben“

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Die Erste Stadträtin Nicole Rauber-Jung weist den Vorwurf der Bürgerinitiative „Bensheimer Marktplatz besser beleben“ zurück, bei der Marktplatzgestaltung würde der Bürgerwille missachtet und Bürgerbeteiligung sei nicht ernstgenommen worden.

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„Das disqualifiziert das engagierte Vorgehen im Dialogprozess und diskreditiert alle Bürger, die sich eingebracht haben“, kritisierte die Baudezernentin im Gespräch mit dieser Zeitung. Dass es immer Personen gebe, die sich nicht mitgenommen fühlen, sei normal. Aus ihrer Sicht sind die wesentlichen Punkte der Beratungen in das Eckpunktepapier eingeflossen.

Die Belebung des Marktplatzes stand dabei ganz oben auf der Prioritätenliste. Wenn man aber alle genannten Punkte zusammenführt, sei klar, dass dort ein Haus entstehen müsse. Das sei auch die Meinung des Bürgernetzwerks.

Rauber-Jung hält zudem einen städtebaulichen Wettbewerb fachlich für nötig. Trotz der teils sehr polemischen Aussagen aus den Reihen der BI sei man weiterhin gesprächsbereit. Den Vertrauensleuten habe man unter anderem in einem Gespräch erklärt, warum es nur auf einen Realisierungswettbewerb hinauslaufen könne.

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Rückblickend könne man festhalten, dass man einen sehr aufwendigen Bürgerbeteiligungsprozess im vergangenen Jahr umgesetzt habe. „Was man da noch mehr tun oder diskutieren sollte, weiß ich wirklich nicht“, so die Erste Stadträtin. Sie glaube fest daran, dass der Wettbewerb eine Lösung für den Marktplatz ergeben werde, an der viele Menschen Gefallen finden können. Die Verwaltung befinde sich im Austausch mit der Architektenkammer, die das Verfahren weiterhin begleiten wird und nach deren Richtlinien der Wettbewerb abläuft.

Zur Diskussion um die Überreste des Hauses am Markt, die eingezäunt als Schutthaufen das obere Ende des Marktplatzes „zieren“, äußerte sich Rauber-Jung ebenfalls. Um die Fläche begehbar zu machen, reiche es nicht aus, Ehrenamtliche mit Eimer, Schubkarre und Schaufeln anrücken zu lassen. „Es befinden sich dort Hohlräume, der Bereich müsste aufwendig verdichtet werden.“ Hinzu käme unter anderem eine Absturzsicherung.

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Sie hat deshalb den finanziellen Aufwand grob kalkulieren lassen. „Da sind wir bei 50 000 bis 55 000 Euro nur für eine begehbare Schotterfläche, ohne Sitzgelegenheiten.“ Das seien Kosten, da müsse man sich schon in normalen Zeiten gut überlegen, ob man das Geld ausgibt.

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Die 53-Jährige hält es deshalb für angebracht, „nicht mehr ewig zu diskutieren, sondern mit einer guten Lösung für den Marktplatz endlich voranzukommen“. dr