Soziales

Dank an ehrenamtliche Helfer in der Ukraine-Hilfe

Das Bensheimer Familienzentrum hat für Flüchtlinge aus der Ukraine viele wichtige Angebote ins Leben gerufen.

Von 
red
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Das Familienzentrum Bensheim dankte den ehrenamtlichen Helfern der Ukraine-Hilfe für ihr Engagement. © Familienzentrum

Bensheim. Nach langen und intensiven Monaten, in denen viele Angebote geplant und umgesetzt wurden, lud das Familienzentrum Bensheim seine ehrenamtlichen Helfer in der Ukraine-Hilfe zu einem Dankeschönabend in die Alte Dorfmühle Auerbach ein. In gemütlicher Atmosphäre konnten mit etwas Abstand die gemeinsamen Erfolge, aber auch zum Teil herausfordernden Momente rekonstruiert und Anekdoten ausgetauscht werden.

Vernetzungstreffen

„Das Ehrenamt gilt als das Rückgrat unserer Gesellschaft – und ihr habt diese Aussage eindrucksvoll mit Leben gefüllt“, begann Nadine Asmus, Koordinatorin vieler Ukraine-Projekte, ihre Ansprache an die ehrenamtlichen Helfer.

In der Tat konnte das Familienzentrum in Zusammenarbeit mit den Ehrenamtlichen unbürokratisch und auf direktem Weg eine Vielzahl von Angeboten für die zumeist hilfesuchenden Mütter und deren Kinder ins Leben rufen.

An erster Stelle steht das für die Ukrainer so wichtige Vernetzungstreffen, das bis heute einmal in der Woche im Café Storch stattfindet und den Menschen die Möglichkeit gibt, in entspannter Atmosphäre Fragen und Anliegen loszuwerden. Der Bedarf war anfangs so groß, dass an manchen Vormittagen bis zu 80 Menschen kamen und mithilfe der ehrenamtlichen Dolmetscher Fragen zu Arztbesuchen, Ämtergängen oder Wohnungsgesuche geklärt werden konnten.

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Auf Basis dieser Vernetzungstreffen sind viele weitere Angebote entstanden, so auch die Wohnungsvermittlung. Hilfesuchende Mütter mit ihren Kindern können Anfragen stellen, die von zwei ehrenamtlichen Helfern mit den vorliegenden privaten Angeboten abgeglichen werden. „Das Besondere an dieser Vermittlung ist die Akribie, mit der die Menschen auf beiden Seiten vermittelt werden. So erinnere ich mich, dass bei einer Vermittlung sogar darauf geachtet wurde, ob die Hunde der beiden Parteien sich gut verstehen und ein Zusammenleben funktionieren kann“, hob Nadine Asmus besonders hervor.

Diese Genauigkeit hat im Sinne der Nachhaltigkeit und Beständigkeit geholfen, dass viele ukrainische Familien noch heute bei ihren Gastfamilien leben können und eine hohe Fluktuation vermieden werden konnte.

Beratung in Krisensituationen

In diesem Zuge kam schnell das Bedürfnis auf, auch das Wohlergehen der Gastfamilien in den Blick zu nehmen, weswegen das Familienzentrum regelmäßige Gastfamilientreffen anbietet. Bei diesem Angebot können die helfenden Familien sich einen kulturellen Input einholen und dringliche Fragen, die im Alltag mit den ukrainischen Menschen entstehen, in der Runde besprechen.

Das Familienzentrum wird ab Dezember in Kooperation mit dem systemischen Berater Jürgen Breustedt ein Beratungsangebot für Krisensituationen anbieten, dass sich sowohl an Gastfamilien als auch ukrainische Hilfesuchende richtet.

„Entscheidend für ein erfolgreiches Angebot ist, dass die Zusammenarbeit von haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern funktioniert“, machte Hanna Volz, die Leitung der Spielgruppe Bienengarten in Auerbach, deutlich. Die gelernte Kindheitspädagogin ist für die Geschicke in der Betreuung von ukrainischen Kindern, deren Eltern parallel einen Sprachkurs besuchen, verantwortlich und leitet ihre ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen in erzieherischen Fragen fachlich an.

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dpa
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Diese enge Verzahnung von hauptamtlichen und ehrenamtlichen Mitarbeitern ist in vielen weiteren Angeboten, wie zum Beispiel dem Sprachcafé, verschiedenen Kursangeboten oder den vielen Ausflugsangeboten, erkennbar und wird von allen Seiten als wichtiges Qualitätsmerkmal wahrgenommen.

„Ihr seid nicht nur das Rückgrat der Gesellschaft, sondern auch das Herz all der Angebote, die die Ukrainer immer wieder mit großem Dank angenommen haben und weiterhin annehmen werden“, fasste Nadine Asmus das große Engagement zusammen und blickt sogleich auf eine weitere erfolgreiche Zusammenarbeit mit allen Beteiligten. red

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