Fastnacht - Am 24. Januar ist die erste von vier Elferratssitzungen im Kolpinghaus / Das Team steht in den Startlöchern BKG nimmt sich die Stadtgeschichte vor

Von 
Jeanette Spielmann
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Bestens aufgestellt: Die Bensheimer Karneval-Gesellschaft präsentiert sich in diesem Jahr bei vier Elferratssitzungen im Kolpinghaus. Los geht es am 24. Januar. Als Motto haben die Fastnachter die Erteilung der Stadtrechte vor 700 Jahren ausgemacht. © Funck

Bensheim. Was hat der derzeitige iranisch-amerikanische Konflikt mit der aktuellen Fastnachtskampagne zu tun? Mehr als man denkt, denn sie erinnern den BKG-Sitzungspräsidenten Hans Bang an die unheilvolle Kampagne 1991, als wegen des Irak-Kriegs die Fastnacht ausfiel. Gerade mal die erste Sitzung im Bürgerhaus hatte die BKG noch über die Bühne gebracht, dann kam das Aus.

Karten im Vorverkauf

Die vier Elferatssitzungen im Kolpinghaus der BKG sind jeweils freitags am 24. und 31. Januar sowie samstags am 25. Januar und 1. Februar. Beginn ist immer um 19.31 Uhr.

Die Rosenmontagsparty mit den Pink Panthers startet am 24. Februar um 20.11 Uhr im Kolpinghaus.

Die närrischen BKG-Termine enden am Dienstag, 25. Februar, mit der Kinderfastnachtsparty im Kolpinghaus. Beginn ist um 14.31 Uhr.

Der Kartenvorverkauf für die Sitzungen beginnt am heutigen Montag (6.) bei der Parfümerie Werner (ehemals Scheid) am Marktplatz, telefonisch bei Renate Schütz (06251/76147) oder online unter www.tillvunbensem.de. js

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Michael Zehnbauer, damals Rechner des Vereins und heute stellvertretender Vorsitzender, erinnert sich noch gut an dieses Fiasko: an die Menschentraube vorm Bürgerhaus, die gar nicht wahrhaben wollte, dass die Requisiten aus- und nicht eingeräumt wurden und an die Rückzahlung des Kartengeldes. „Das hat uns viel Geld gekostet“, weiß auch die Vorsitzende Renate Schütz noch sehr gut. Denn Kostüme etc. waren bereits bezahlt, und viel Geld hatte der Verein sowieso nicht.

Jetzt wird im Nahen Osten wieder mit den Säbeln gerasselt und da beschleichen den Sitzungspräsidenten ungute Gefühle. Denn das Programm steht, alle sind bestens vorbereitet und warten nur darauf, dass sich im Kolpinghaus am 24. Januar um 19.31 Uhr der Vorhang zur ersten der insgesamt vier Sitzungen hebt.

700 Jahre Stadtrechte

Denn in diesem Jahr blickt die BKG nicht 29 sondern 700 Jahre zurück, als Bensheim zur Stadt erhoben wurde. „Eijo es is woar – Bensem is Stadt seit 700 Joahr“ lautet daher auch das Motto der Kampagne, das sich auf dem Orden und auf der Bühne widerspiegelt. Bildlich dargestellt wird das Motto mit einer skizzierten Urkunde, eingerahmt von einem Bischof – der Unterzeichner der Urkunde war Erzbischof Peter von Aspelt, der damalige Territorialherr – und einem Ritter.

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So wird sich auch Matthias Braun als Till vun Bensem und Protokoller der BKG-Fastnacht dem Motto widmen und mit seinen geschliffenen Versen einen unterhaltsamen Abriss der Stadtgeschichte aus dem närrischen Blickwinkel geben.

Für die insgesamt vier Büttenreden in dieser Kampagne mussten die BKGler aber gar nicht so weit zurückgehen. Denn die aktuelle Lokalpolitik lieferte in den vergangenen zwölf Monaten genug Themen, so dass man aus dem Vollen schöpfen konnte. Das werden „Die zwaa Batschkappe“ Roland Schuhmann und Peter Scheid auf jeden Fall und wie gewohnt mit musikalischer Umrahmung tun.

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Mitten aus dem Leben kommt Büttenredner Peter Jeckel und kommentiert mit närrischem Augenzwinkern die alltäglichen Merkwürdigkeiten des zwischenmenschlichen Beisammenseins. Der Doppelvortrag im aktuellen Programm kommt in diesem Jahr von Petra Petermann und Jürgen Schröder. Sie kommen als „russische Investoren“ nach Bensheim.

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Das Quartett der Büttenredner komplettiert Jannis Schneider, mit 17 Jahren der jüngste Akteur in der BKG-Bütt. Vor drei Jahren hatte er sein Debüt bei der Bensheimer Karneval-Gesellschaft und ist inzwischen eine feste Größe im Programm. In diesem Jahr hat er als „rasender Postbote“ so einiges erlebt.

Neben den Vorträgen wird das etwa vierstündige Programm noch mit den Darbietungen der insgesamt acht Show-, Tanz- und Gesangsgruppen gefüllt. Das sind die trommelnden Landsknechte, die zum Auftakt für das rhythmische Warm up sorgen und auch zwischendrin nochmals zu hören sein werden.

Für Auge und Ohr

Etwas für Auge und Ohr wird wieder das Showballett sein. Unter der Leitung von Johanna Brell und Lea Trautmann haben die sieben weiblichen und fünf männlichen Akteure eine Choreographie über eine amerikanische Comedyserie einstudiert. Beim elfköpfigen Kinderballett mit den Trainerinnen Sabrina Weiler-Hoffmann und Lisa-Marie Zehnbauer steht dagegen Frankreich im Mittelpunkt.

Fester Bestandteil einer jeder Fastnachtssitzung ist der Auftritt der Garde, von denen die BKG gleich zwei hat: die junge Tillgarde und die Präsidentengarde. Mit einer Parodie auf eine amerikanische Boygroup will das siebenköpfige Männerballett glänzen, wobei die Choreographie mit Shania Schäfer und Selina Rode aber 100-prozentig weiblich ist.

Mit zwei Auftritten sind die Sängerinnen und Sänger der BKG-Voices zu hören: einmal mit Rock’n Roll und einmal ganz bayerisch, wenn Dirndl auf Lederhose trifft.

Das Programm ist ausschließlich mit eigenen Akteuren gestaltet, lediglich die musikalische Begleitung wird mit Thomas Röth von einem Externen beigesteuert.

Alle vier Sitzungen münden im Anschluss, nach einer kurzen Umbauzeit, in die After-Show-Party. Bis 2 Uhr kann im Kolpinghaus, auch mit Cocktails, gefeiert werden. Beim Thekendienst wird die BKG in diesem Jahr von der Bensheimer Feuerwehr unterstützt, dafür wird der Verein den Brandschützern im kommenden Jahr bei einer Großveranstaltung hilfreich zur Seite stehen.

Sitzungsgästen, die mit dem eigenen Fahrzeug kommen, empfiehlt die BGK die nahegelegenen Parkhäuser am Hospital und am Bahnhof. Beim Neumarkt-Parkhaus ist die reguläre Parkzeit bis 24 Uhr begrenzt.

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