Zell - Nasser Spaß und Gaudirennen zum Abschluss der Kerb / Auf den Brücken waren knifflige Aufgaben zu lösen Bachregatta wird zur Meerbach-Party

Von 
Jeanette Spielmann
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Mit einem selbstgebauten Feuerwehrauto war Schreinermeister Sepp Herpel mit seinen Töchtern Eva und Anne bei der Bachregatta in Zell dabei. Mit 13 Teilnehmern erfreute sich das Gaudi-Rennen in diesem Jahr wieder großer Beliebtheit. © Neu

Zell. Anders als im vergangenen Jahr, als teilweise sogar der Regenschirm aufgespannt werden musste, waren in diesem Jahr die Rahmenbedingungen für die Bachregatta in Zell perfekt. Angenehme sommerliche Temperaturen, eine Wassertemperatur von 12 Grad und erwartungsvolle Zuschauer setzten am Montag einmal mehr einen Höhepunkt der Zeller Kerb.

Eckert/Herborn die Schnellsten

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Mit insgesamt 13 Startern hatte sich die Teilnehmerzahl gegenüber dem Vorjahr (7) fast verdoppelt. Das forderte Moderator Hans-Peter Ott bei seinem letzten Einsatz für die Bachregatta noch einmal kräftig heraus. Allerdings hatte er mit Tim Rettig, bis zum vergangenen Jahr noch Kerweparre, einen würdigen Nachfolger an seiner Seite, wie seine Co-Moderation zeigte.

Dritte im Bunde der Jury war wieder Christine Deppert, Stadtverordnetenvorsteherin von Bensheim und nicht „die Frau von der Sparkasse“, wie ein Keweaktiver fälschlich vermutete.

Auch wenn es in diesem Jahr den Anschein hatte, dass es vor allem wegen der auf den drei Brücken zu erledigenden Aufgaben etwas länger dauerte, lagen die gestoppten Zeiten unter denen des Vorjahres.

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So waren die Vorjahressieger Marcel Eckert und Silas Herborn auch in diesem Jahr wieder die schnellsten, schlugen die Zielglocke bereits nach drei Minuten und acht Sekunden an, während es im vergangenen Jahr mit drei Minuten und 17 Sekunden für den ersten Platz reichte.

Auch beim Wettbewerb um das schönste Boot konnte der Langsamrekord vom vergangenen Jahr nicht gebrochen werden. Geschlagene 14 Minuten und 26 Sekunden waren die Kerweborsch damals mit ihrem Eiswagen „Franco Anale“ unterwegs.

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Zwar brauchten sie auch in diesem Jahr mit ihrem großen Schlauchboot und ihrer „Meerbachparty“ in Hawaiihemden am längsten (8 Minuten, 25 Sekunden), aber den ersten Platz als schönstes Boot holte sich diesem Jahr ein Frauenteam. Luisa, Sina, Nadja, Hanna und Stine hatten den Hemsbergturm aufs Wasser gebracht, aus dessen Fenster „Burgfräulein“ Luisa grüßte. Sie brauchten vom Start bis zum Ziel 8 Minuten und 22 Sekunden.

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Insgesamt zehn Teams kämpften um den Preis für das schnellste Boot. Davon waren insgesamt neun Mal die drei verfügbaren Blechwannen im Einsatz, die den Nachteil haben, dass sie sauschwer sind und leicht abtauchen, wenn sie sich mit Wasser füllen. Da bedarf es besonderer Technik, wie von Hans-Peter Ott zu hören war: „Hinten drauf drücken, dass es vorne hoch kommt“.

Eva und Anne gehen baden

Mit einer speziellen Konstruktion aus zwei Schaltafeln auf Styropor war Papa Huks mit seinen Söhnen Tizian und Tobi unterwegs. Als erstes Boot gestartet war Schreinermeister Sepp Herpel mit den Töchtern Eva und Anne. Hatte er im vergangenen Jahr einen selbst gebauten Schockelgaul aufs Wasser gelassen, war es diesmal ein Feuerwehrauto mit Leiter, das kurz vor dem Ziel noch umkippte, so dass die Mädchen baden gingen. Bei den auf den Brücken zu lösenden Aufgaben erwies sich vor allem das Auswringen der Lappen als ziemlich zeitaufwändig. Denn über eine Leitungsstrecke mussten hinter einer Wand drei Gläser mit dem aufgefangenen Wasser gefüllt werden und das Auswringen eines Putzlappens war nur für die wenigsten ein geübtes Handwerk.

Das Heraus- und Reindrehen von Schrauben in einen Holzbalken kannten die Teilnehmer vom vergangenen Jahr, während das Rasieren eines mit Rasierschaum eingeseiften Luftballons neu war. Erstaunlicherweise mussten nur wenige die Aufgabe wiederholen, weil der Ballon platzte.

Auch die Bachregatta 2019 war wieder ein gelungener Höhepunkt zum Abschluss der Zeller Kerb, die aufgrund der hohen Teilnehmerzahl von der Startauslosung bis zur Siegerehrung gut zwei Stunden dauerte.

Freie Autorin