Soroptimist International - Verleihung der Menschenrechts-Plakette an die Schillerschule Auszeichnung ist Ehre und Mahnung zugleich

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Der Soroptimist International Club Bensheim/Heppenheim hat die Menschenrechtsplakette an die Schillerschule verliehen: Präsidentin Annett Pielsticker überreichte die Plakette an Schulleiter Günter Schneider.

© Funck

Auerbach. "Die Verleihung der Menschenrechtsplakette ist eine Anerkennung für unsere Schule und eine große Ehre, aber gleichzeitig auch eine Mahnung, an dem Thema dran zu bleiben", betonte der Leiter der Schillerschule, Günter Schneider, am Freitag bei der feierlichen Überreichung der Auszeichnung anlässlich des Tags der Menschenrechte.

Soroptimist International

Der Soroptimist International Club ist eine internationale Nichtregierungsorganisation von berufstätigen Frauen.

Mit rund 80 000 Mitgliedern und über 2 000 Clubs in 132 Ländern will das globale Netzwerk das Leben von Frauen und Mädchen durch Bewusstmachen, Bekennen und Bewegen zum Positiven verändern.

In Deutschland sind 212 Clubs mit cirka 6400 Mitgliedern aktiv.

Einer davon ist der SI-Club Bensheim/Heppenheim.

An der Feierstunde zur Überreichung der Menschenrechtsplakette an der Schillerschule nahmen neben Präsidentin Dr. Annett Pielsticker noch die Mitglieder Winfried Hörst und Tanja Fitzner teil. gs

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Der Soroptimist-Club International Bensheim/Heppenheim vergibt diese besondere Plakette, auf der die drei ersten von insgesamt dreißig Artikeln der Menschenrechtskonvention der UNO niedergeschrieben sind, jährlich an Schulen und Einrichtungen, die sich eingehend mit den, im Grundgesetz verankerten Menschenrechten auseinandersetzen.

Lohnenswertes Ziel

Im Eingangsbereich der Schule wird das Schild, das Clubpräsidentin Dr. Annett Pielsticker an Schneider aushändigte, einen würdigen Platz erhalten. Pielsticker betonte, es gehöre durchaus Mut dazu, Missstände anzupacken und anzusprechen. Schließlich seien Verfolgung, Folter und Mord noch in vielen Ländern vorhanden. Toleranz gegenüber anderen Menschen auszuüben, nannte sie "ein lohnenswertes Ziel".

Dass die Schillerschule völlig zu recht mit der Liebfrauenschule und dem Starkenburg-Gymnasium gleich gezogen hat, bewiesen die zahlreichen Lied-, Tanz-, Theater- und Kunstbeiträge von Grund- und Sekundarstufenschülern während der kleinen Feierstunde. Sie alle demonstrierten, dass sich die Kinder und Jugendlichen in den unterschiedlichen Klassenstufen im Unterricht intensiv damit beschäftigt haben, wie wichtig die Einhaltung der Menschenrechte sind - und was sie selbst auf dem Schulhof oder in ihrer Freizeit dafür tun können.

Schülerbeiträge

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Während die Klassen 3a und 4c musikalisch Flagge zeigten ("Aufstehen, aufeinander zugehen" und "Die Gedanken sind frei"), reklamierten Schüler der Klasse 4b in kurzen Theaterszenen mit lauter Stimme die Unantastbarkeit der Menschenwürde.

Mehr als reine Lippenbekenntnisse waren Präsentation und konkrete Alltagsbeispiele zu den ersten drei Artikeln der Menschenrechtserklärung, die von der Klasse 9bR vorgestellt wurden. Die Jugendlichen hatten sich an die "Übersetzung" der Diplomatensprache herangewagt und hielten ein flammendes Plädoyer für Kinderrechte, auch für die Rechte von Ungeborenen, für eine gerechte, vom Einkommen des Bürgers unabhängige Justiz und die Gleichstellung von Mann und Frau.

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Schulleiter Günter Schneider machte eingangs deutlich, worum es den Vereinten Nationen ging, als die Generalversammlung 1948 die Menschenrechtserklärung verabschiedete. Sie enthalte grundlegende Ansichten über Rechte, die jedem Menschen zustehen sollten, "ohne irgendeinen Unterschied nach Rasse, Hautfarbe, Geschlecht, Sprache, Religion, politischer oder sonstiger Überzeugung, nationaler oder sozialer Herkunft, Vermögen, Geburt oder sonstigem Stand."

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Obwohl sich die Zahl der Staaten, die ihre Unterschrift unter die Erklärung gesetzt haben von 68 auf mittlerweile 193 erhöht habe, gebe es heute noch viele Verstöße und Ungerechtigkeiten: "Man muss sich nur Mal die Nachrichten im Fernsehen anschauen."

Welch hohen Stellenwert die Menschenrechtsplakette genießt, bewiesen die Teilnahme des neuen Leiters des Staatlichen Schulamtes in Heppenheim, Rainer Kilian und des zuständigen Schulaufsichtsbeamten Markus Proksch an der Veranstaltung.

Kilian erinnerte daran, dass noch immer viele Menschen aus ihren Heimatländern flüchten, weil sie dort Willkür und Unterdrückung ausgesetzt sind. Die Verleihung der Menschenrechtsplakette sei deshalb so wichtig, weil sie zum einen das Engagement der Schülerinnen und Schüler wertschätze, zum anderen ein wichtiges Thema in die Öffentlichkeit transportiere, so dass es bewusst wahrgenommen werde. gs