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Dekanat - Klinikseelsorgerin Karin Herrmann-Brandenburg wird in den Ruhestand verabschiedet

Ansprechpartnerin für Patienten und Angehörige

Von 
red
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Bensheim. Die langjährige Klinikseelsorgerin, Pfarrerin Karin Herrmann-Brandenburg, geht in den Ruhestand. Sie wird am Freitag (2.) bei einem Gottesdienst von der Starkenburger Pröpstin Karin Held verabschiedet.

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Die 62-Jährige war seit 2008 sowohl im Kreiskrankenhaus Jugenheim als auch im Heilig-Geist-Hospital Bensheim als Seelsorgerin tätig. Ihre Arbeit in den beiden Kliniken hat sich nach ihrer Darstellung sehr unterschiedlich gestaltet. Bis zur Schließung der Neurologischen Reha in Jugenheim hatte sie unter anderem Schlaganfall-Patienten und ihre Angehörigen betreut.

Pfarrerin Karin Herrmann-Brandenburg geht in den Ruhestand. © Dekanat

„Viele dieser Patienten und auch ihre Familienangehörigen müssen von einem Tag auf den anderen ihre Lebensgewohnheiten von Grund auf umstellen. Das ist für sie extrem belastend. Da war die Seelsorge ein wichtiges Moment zur Entlastung und Neuorientierung für Patienten, aber auch deren Angehörige. Manche Patienten konnten nicht mehr sprechen oder waren nur schwer verständlich, so dass ich mich erst einhören musste. Viele Kontakte beruhen dann auf non-verbaler Kommunikation etwa durch Berührungen oder Augenkontakt“, betont die scheidende Pfarrerin.

Auch im Heilig-Geist-Hospital tätig

Nonverbale Kommunikation war oft auch auf der Weaningstation gefordert, die in Jugenheim eingerichtet wurde. Dort werden schwerstkranke Patienten betreut werden, die im Koma liegen oder lagen und weiterhin beatmet werden müssen. Dabei gab es immer wieder berührende Momente. Einem Patienten, der zeitweise im Koma lag, habe sie gesagt, dass sie ihn mehrfach besucht habe. Seine Antwort: „Ich weiß, ich habe sie gehört und gespürt.“

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Das Heilig-Geist-Hospital in Bensheim ist dagegen ein Krankenhaus der Regelversorgung. Weil es lange in katholischer Trägerschaft war, sei Klinikseelsorge dort schon immer selbstverständlicher Bestandteil im Klinikalltag gewesen, berichtet Pfarrerin Herrmann-Brandenburg. Immer wieder komme es vor, dass Patienten ihr sagen, mit Kirche hätten sie nichts zu tun. „Doch dann lassen sie sich auf ein Gespräch ein, erzählen mir von ihren Lebens- und Leidenserfahrungen und am Ende kullert dann so manche Träne aus Erleichterung, Wichtiges oder Unbewältigtes ausgesprochen zu haben.“

Das schönste Geschenk sei für sie das Vertrauen, das ihr Menschen entgegen bringen. „Sie erzählen mir mitunter Geschichten und Begebenheiten, die sie noch niemanden sonst erzählt haben. Für mich ist das auch ein Zeichen, wie viel Vertrauen der Kirche immer noch entgegen gebracht wird. Und gerade deshalb darf sich Kirche nicht aus der Gesellschaft zurückziehen.“ Zugleich, so betont sie, hätte sie diese Arbeit nicht machen können, ohne den Vertrauensvorschuss und die Unterstützung, den ihr die Evangelische Kirche gewähre.

Auszeiten zum Durchatmen

Zu ihrem Aufgabenbereich gehörten auch Aus- und Fortbildungen von Ehrenamtlichen für den Besuchsdienst oder Hauptamtlichen – etwa zum Umgang mit Tod und Sterben. Für Klinikmitarbeitende organisierte sie zudem Oasentage, kleine Auszeiten zum Durchatmen.

In beiden Krankenhäusern habe sie vertrauensvoll mit ihren katholischen Kolleginnen und Kollegen zusammengearbeitet. In Jugenheim sei es ihnen mit finanzieller Unterstützung der evangelischen und der katholischen Kirche und der Klinik gelungen, einen Raum der Stille zu gestalten. Dort fanden jeden Donnerstag im ökumenischen Wechsel Gottesdienste statt, die zuvor mangels einer räumlichen Alternative auf der Station gefeiert wurden.

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Bevor sich Karin Herrmann- Brandenburg auf die Klinik-Seelsorge spezialisierte, war sie als Pfarrerin in der Nieder-Ramstädter Diakonie, als Schulpfarrerin in Offenbach und als Referentin beim Diakonischen Werk in Hessen und Nassau tätig.

Der Gottesdienst zu ihrer Verabschiedung und Entpflichtung als Pfarrerin, an dem auch der Bergsträßer Dekan Arno Kreh mitwirken wird, findet am 2. Juli im Park des Evangelischen Gemeindehauses in Jugenheim (Alexanderstr. 13) statt und beginnt um 16 Uhr. red

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