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Freundeskreis Mohács

21 Tonnen Hilfsgüteraus Bensheim für Mohács

Mitgliederversammlung in Zell mit Berichten, Ehrungen, Vortrag und einer kleinen Weinprobe

Von 
mül
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Der deutsch-ungarische Freundeskreis -Mohács traf sich zu seiner Hauptversammlung. Unser Bild zeigt den Mohács-Platz am Rinnentor mit einem seltenen Blickfang: Beide Stadt-Fahnen sind gehisst. © Sigi Müller

Bensheim. Die Regularien der Generalversammlung beim deutsch-ungarischen Freundeskreis Bensheim – Mohács waren am Samstagabend im Festsaal des Dorfgemeinschaftshauses in Zell schnell abgearbeitet. Umso mehr Zeit blieb im Anschluss für einen ausgezeichneten Filmvortrag über die Flora und Fauna im südhessischen Ried.

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Hier hatte Filmemacher und Hobbyornithologe Seppl Diehl (Lorsch) ein geschicktes Händchen beim Filmen der heimischen Vogelwelt, sei es beim Füttern eines Eisvogelpaares, bei der Brutpflege von Weißstörchen, bei der Beobachtung von Haubentauchern, Rohrdommeln, aber auch bei fantastischen Aufnahmen, die beim Kampf einer Ringelnatter oder einer Blindschleiche mit kleinen Fröschen entstanden oder beim wilden Spiel der Nutrias am Allmendweiher in Bickenbach oder in den ehemaligen Tongruben in Heppenheim. Lang anhaltender Beifall im gut besuchten Dorfgemeinschaftshaus war der verdiente Lohn für diesen kurzweiligen „Naturkundeunterricht“.

Wegen Corona kaum Aktivitäten

Zuvor aber gehörte die Aufmerksamkeit der Mitglieder des Mohácser Freundeskreises den Rechenschaftsberichten des Vorsitzenden und des Kassenwartes. Vorsitzender Franz Müller betonte, dass die Corona-Pandemie die Aktivitäten der Mohács-Freunde sowohl im vergangenen Jahr als auch bis dato fast auf Null reduziert habe.

2021 habe man immerhin einen Hilfstransport, den 36. seit der Gründung des Freundeskreises, auf die 1200 Kilometer lange Reise in die südungarische Stadt schicken können. 21 Tonnen an Hilfsgüter wie beispielsweise 300 Paar Gehhilfen, gestiftet vom Lorscher Krankenhaus, zahlreiche Rollatoren, Möbel aus dem Bensheimer Seniorentreff, Tische, Bänke und Stühle aus der Schlossbergschule Auerbach, aber auch 350 Kisten an Kleidung für Jung und Alt fanden den Weg in Bensheims Partnerstadt.

Müller: „Dank der überaus großen Spendenbereitschaft, aber auch privater Geldspenden unserer Mitglieder, Freunde und Bekannten, konnten in unserer Partnerstadt viele Wünsche erfüllt werden. Die strahlenden Gesichter der Kinder, aber auch der Erwachsenen, sind immer wieder ein schöner Lohn für die doch strapaziösen Hilfsgüter-Aktionen.“

Im August 2021, im dritten Anlauf, habe man endlich ein Segelflugzeug der Segelfluggruppe Bensheim, auf den Namen Mohács taufen können. Im Beisein des damaligen Staatssekretärs in Hessischen Justizministerium, Thomas Metz, des Bundestagsabgeordneten Michael Meister und der Landtagsabgeordneten Birgit Heitland konnte der Freundeskreis, zusammen mit der Bensheimer Bürgermeisterin Christine Klein, und dem Vorsitzenden der Segelfluggruppe, Felix Maier, das Flugzeug taufen.

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Einen weiteren Höhepunkt erlebten die rund 50 Teilnehmer an der Tagesfahrt nach Rüdesheim und Bacharach mit Abschluss in einem Weingut hoch über Wiesbaden. Und dann meldete sich Corona wieder zu Wort. Die traditionelle Nikolausfahrt nach Mohács musste erneut abgesagt werden. Allerdings habe man, wie schon im Dezember 2020, die drei deutschsprachigen Kindergärten sowie das Behindertenheim Pandy Kálman mit Spenden bedacht und finanziell unterstützt. Man habe die Geldspenden an das Mohácser Rathaus überwiesen, und Vizebürgermeister Áron Cserdi habe sich um die Weitergabe gekümmert.

Im laufenden Jahr hätten lediglich zwei Veranstaltungen stattgefunden. Zum einen der ungarische Kinoabend am Dienstag nach Ostern und das Bensheimer Bürgerfest. Die dabei erzielten Gewinne gehen zum diesjährigen Nikolaustag wieder an die Kindergärten, das Behindertenheim und kommen dem mehrfach schwerstbehinderten Kind in Mohács zugute.

Der Vorsitzende des deutsch-ungarischen Freundeskreises nannte in seinem Bericht auch die kommenden Termine, so das zweite Europa-Filmfest, das vom 29. Juli bis zum 7. August im Kronepark in Auerbach stattfindet. Auch bei der zweiten Auflage werden Filme aus den Ländern der Bensheimer Partnerstädte gezeigt.

Der Film, den die Mohács-Freunde ausgesucht haben, „Körper und Seele“, der bei der Berlinale 2017 mit dem Goldenen Bären ausgezeichnet wurde, wird am Montag, 1. August, zu sehen sein. Franz Müller wies auf das Sommerfest mit dem traditionellen Gulaschsuppenessen hin, das am Sonntag, 7. August, ab 11 Uhr im und am Dorfgemeinschaftshaus in Schwanheim stattfindet.

Zur Mitgliederentwicklung sagte Müller, dass durch Tod, aus Alters- beziehungsweise aus persönlichen Gründen der Freundeskreis fünf Mitglieder verloren habe. Mit einer Gedenkminute gedachte die Versammlung dem verstorbenen Heinrich Reeb, der seit dem 1. April 1996 Mitglied im Freundeskreis war. Neu gewonnen werden konnten in selben Zeitraum acht Mitglieder, so dass man derzeit einen Mitgliederstand von 215 habe.

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Abschließend bedankte sich der Vorsitzende bei seinem Vorstandsteam, namentlich beim zweiten Vorsitzenden Reinhard Grohrock, beim Kassenwart Andreas Born, bei Schriftführerin und Pressewartin Sigi Müller, bei den Beisitzern Karin Grohrock, Heike Kamuff, Harald Alt, Seppl Diehl, Siegfried Hess, Peter Hinkel, Albert Mehl, Walter Müller und Willi Schobel. Ohne sie, ohne ihren großen Einsatz, wäre die Arbeit im Freundeskreis nicht möglich gewesen, so Müller.

Für den erkrankten Kassenwart trug Reinhard Grohrock den Kassenbericht vor. Kassenprüfer Otto Breitkopf bestätigte dem Kassenwart eine sorgfältige Arbeit. Zusammen mit Franz Schäfer habe er die Kasse geprüft.

Der von Breitkopf vorgeschlagenen Entlastung des Kassenwartes sowie des gesamten Vorstandes wurde einstimmig zugestimmt.

Für 25-jährige Mitgliedschaft im deutsch-ungarischen Freundeskreis wurden Ilonka Lenz, Claudia-Roswitha Moser-Gramlich, Barbara Noeske, Jürgen Lehmberg sowie Petra und Alber Mehl geehrt.

Nach dem offiziellen Teil und dem Filmvortrag wurde den Mitgliedern eine Vesperplatte serviert, Walter Götzinger vom gleichnamigen Weingut kredenzte in einer kleinen Weinprobe sechs edle Tropfen aus dem eigenen Keller. mül

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