Ausländerbeirat - Gremium befasste sich mit der Kommunalwahl 13 Kandidaten bewerben sich um neun Plätze

Von 
Jeanette Spielmann
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Bensheim. Am 14. März werden in Bensheim nicht nur die Kommunalparlamente neu zusammengesetzt, sondern es wird auch der Ausländerbeirat neu gewählt. Für die ausländischen Mitbürger, die am Wahltag ihr 18. Lebensjahr vollendet, seit mindestens sechs Wochen in Bensheim leben und keinen deutschen Pass haben, aber EU-Bürger und im Wählerverzeichnis eingetragen sind, bedeutet das, dass sie im Wahllokal einen zusätzlichen Stimmzettel erhalten.

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Erstmals fallen in Hessen die Kommunalwahlen auch mit den Ausländerbeiratswahlen zusammen. Für einige ausländische Mitbürger heißt das, sie können ihre Stimme sowohl für die Kommunalwahl als auch für die Ausländerbeiratswahl abgeben. Das gilt nicht für ausländische Mitbürger, die keine Bürger der Europäischen Union sind. Diese dürfen nur an der Ausländerbeiratswahl teilnehmen.

Alle Wahlberechtigten erhalten eine Wahlbenachrichtigung, auf der aufgeführt ist, für welche Wahl sie am 14. März berechtigt sind. Da kommt in diesem Jahr einiges an zu vergebenden Stimmen zusammen. Bis zu 137 Kreuzchen können verteilt werden, wenn man allen Wahlen teilnehmen kann und die Möglichkeit des Panaschierens und Kumulierens nutzt.

Briefwahl nutzen

Im Einzelnen sind das 45 Stimmen für die Stadtverordnetenversammlung Bensheim, zwischen fünf und elf Stimmen für den jeweiligen Ortsbeirat, neun Stimmen für die Ausländerbeiratswahl, 71 Stimmen für den Bergsträßer Kreistag und schließlich noch die Stimme für die Landratswahl.

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Nicht nur aus diesem Grund, sondern vor allem wegen der notwendigen Hygienevorschriften aufgrund der Pandemie empfiehlt die Wahlleitung vor Ort, die Briefwahl zu nutzen, die seit Montag möglich ist und online beantragt werden kann.

Für Yvonne Dankwerth ist es die erste Ausländerbeiratswahl als Vorsitzende des Gremiums. Vor fünf Jahren stand noch ihr Mitstreiter Kurt Manich an der Spitze. Damals hatten sich zehn Kandidaten zur Wahl gestellt, in diesem Jahr stehen insgesamt 13 Personen auf der „Internationalen Liste“ für den Ausländerbeirat. Wie Yvonne Dankwerth in der ersten Sitzung des Gremiums im neuen Jahr am Donnerstagabend im Kolpinghaus mitteilte, wurde diese Liste von Wahlausschuss der Stadt auch ohne Beanstandungen zugelassen.

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Somit kann der von der Vorsitzenden erstellte Flyer mit den 13 Kandidaten jetzt auch für die Öffentlichkeitsarbeit genutzt werden. Unter den mit Wort und Bild aufgeführten Bewerbern sind sowohl Mitglieder des aktuellen Ausländerbeirates, dessen Amtszeit am 31. März endet, als auch neue Gesichter. Sie kommen aus Frankreich, den Philippinen, dem Iran, aus Österreich, Pakistan, England, Eritrea und aus dem Irak.

Drei Infostände

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Wer mehr wissen will, kann sich im Vorfeld der Wahl an drei Informationsständen über die Ausländerbeiratswahl, die Kandidaten und die Aufgaben des Gremiums kundig machen. Drei Termine in der Innenstadt stehen fest. Sie sind jeweils samstags am 20. Februar vor der Alten Faktorei, am 27. Februar am Lammerstbrunnen und am 6. März am Nibelungenbrunnen. Zusätzlich ist vorgesehen, auch in den türkischen Lebensmittelmärkten Info-Flyer zu verteilen.

Da auch an den Infoständen die Hygieneregeln zu beachten sind, wird darauf geachtet, die personelle Präsenz durch die Mitglieder des Gremiums so gering wie möglich zu halten. Für die beiden letzten Termine will man das bei der nächsten Sitzung des Ausländerbeirates am 25. Februar absprechen. Außerdem soll diese Zusammenkunft dazu genutzt werden, in einem nichtöffentlichen Teil die neuen Kandidaten auf der Liste mit der Arbeit des Gremiums vertraut zu machen.

Vorsitzende Dankwerth nahm die Sitzung im Kolpinghaus zum Anlass, kurz auf das vergangene Jahr zurückzublicken. Trotz Corona waren einige Aktivitäten und Zusammenkünfte möglich gewesen.

So hatte der Ausländerbeirat im Januar Besuch von Anja Ostrowski vom regionalen Antidiskriminierungsnetzwerk (AdiNet) und konnte im März seine Sitzung als Gast der marokkanischen Gemeinde in deren neuen Vereinsräumen abhalten. Zu Besuch waren zudem Vertreter des Landesverbandes der kommunalen Ausländerbeiräte in Hessen (agah).

Letzte Sitzung am 25. März

Die ersten Einschnitte kamen dann im April mit der Absage der mehrsprachigen Vorlesestunde in der Stadtbibliothek, die auch während des ganzen Jahres nicht mehr möglich war. In der ersten Sitzung nach dem ersten Lockdown konnte Yvonne Dankwerth im August die ehrenamtliche Integrationsbegleiterin Karin Bormann begrüßen.

Im September konnte in der Weststadthalle das Migranten-Fußballturnier veranstaltet werden und im Oktober war ein Vertreter der Bensheimer Ahmadiyya-Gemeinde Gast des Ausländerbeirates. Im Dezember stand die Aufstellung der Kandidatenliste für die Ausländerbeiratswahl im Mittelpunkt der letzten Sitzung.

Zu seiner letzten Sitzung in der zu Ende gehenden fünfjährigen Amtszeit des Gremiums wird nach der Wahl am 25. März eingeladen.

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