Aktionstag - Frauen investieren mehr in die Haushaltsarbeit als Männer / Vortrag am 1. März 12,5 Milliarden Stunden unbezahlte Arbeit

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red
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Das Frauenbüro der Stadt Bensheim lädt am Montag, 1. März, zu einem Onlinevortrag mit Susanne Maier zum Thema „Das bisschen Haushalt“ ein. © Stadt Bensheim

Bensheim. Für Montag, 1. März, 11 Uhr, lädt das Frauenbüro der Stadt Bensheim zusammen mit den Frauenbeauftragten im Kreis Bergstraße zu einem Onlinevortrag ein, das Thema lautet: „Das bisschen Haushalt und die unsichtbare Arbeit, die ihn am Laufen hält“. Referentin ist Susanne Maier.

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Jeden Tag leisten laut einer Oxfam-Studie Frauen auf der ganzen Welt 12,5 Milliarden Stunden unbezahlte Arbeit, während Männer in der Regel einer bezahlten Erwerbsarbeit nachgehen. Auch in Deutschland ist dieses Phänomen nicht unbekannt.

Der sogenannte „Gender Care Gap“ – also die Lücke in der Zeitverwendung von Männern und Frauen für unbezahlte Hausarbeit und Kinderbetreuung – im Privathaushalt liegt hierzulande bei 52 Prozent. Frauen investieren jeden Tag fast eineinhalb Stunden mehr in Sorge- und Hausarbeit als Männer – und das, obwohl sie oft ebenfalls erwerbstätig sind. Besonders gravierend ist der Unterschied bei Paaren mit Kindern.

Dieses Ungleichgewicht steht im Zusammenhang mit vielen aktuellen Herausforderungen: Geringschätzung von Sorgearbeit (ob bezahlt oder nicht), wenige Frauen in Führungspositionen, Gender Pay Gap (das geschlechtsspezifische Lohngefälle) und Gender Pension Gap (die geschlechtsspezifische Altersvorsorgelücke) sind nur einige davon. In ihrem Vortrag geht Susanne Maier den Fragen auf den Grund, wieso Hausarbeit oft geringgeschätzt wird, warum sie öfter an Frauen hängenbleibt und was geändert werden kann und muss, um Sorgearbeit fair zu verteilen. Die Referentin hat Geschichte und Sprachwissenschaften studiert und sich intensiv damit beschäftigt, wie die Systeme, in denen wir leben, und die Sprache, die wir sprechen, das Individuum beeinflussen.

Sorgearbeit fair verteilen

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Maier ist Referentin für Gleichstellung an der Hochschule für öffentliche Verwaltung und Finanzen Ludwigsburg, wo sie auch Studierende berät und die Umsetzung familiengerechter Maßnahmen an der Hochschule koordiniert.

Die Zugangsdaten für den Online-Vortrag erhalten Interessierte per E-Mail an frauenbuero@bensheim.de.

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Der Equal Care Day wurde in Anlehnung an den Equal Pay Day ins Leben gerufen. Der Aktionstag soll zusätzlich darauf aufmerksam machen, dass diese Arbeit oft übergangen oder nicht mitgedacht wird. Ziel ist eine fairere Verteilung privater, beruflicher und ehrenamtlicher Sorgearbeit zwischen den Geschlechtern. Zusätzlich soll ein Bewusstsein für die oft als unsichtbar bezeichnete Care-Arbeit geschaffen werden. Das Motto lautet „Vorausschauende Rücksichtnahme“.

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Die Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten im Kreis Bergstraße veranstalten im Rahmen der interkommunalen Zusammenarbeit vom 1. bis zum 10. März Veranstaltungen zum Equal Care Day (1.), zum Internationalen Frauentag (8.) und zum Equal Pay Day (10.), dem intentionalen Aktionstag für Entgeltgleichheit zwischen Frauen. Mit den Aktionen soll ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen und Mädchen, für gleichberechtigte Verteilung der Sorgearbeit, für Chancengleichheit unabhängig von Geschlecht, Alter, Herkunft, Religion, Behinderung oder sexueller Identität und für gleiche Bezahlung aller gesetzt werden. red