Coronakrise Zusammenhalten und besonnen handeln

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Leserbrief zu „Erster Todesfall im Kreis Bergstraße“, BA vom 30. März 2020.

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Die mit der Corona-Pandemie einhergehende Situation ist beklemmend. Bestürzend sind die Bilder, die uns aus unseren Nachbarländern erreichen. Mit großer Ungewissheit blicken wir den nächsten Monaten entgegen und fragen uns, wie sich die Situation hier bei uns im Kreis Bergstraße entwickeln wird. Wir sorgen uns sehr um mögliche Betroffene.

Sicher ist: Wir haben es hier mit einer bis dato unvergleichlichen Situation zu tun, die uns alle vor große Herausforderungen stellt. Alle fürchten Überlastungen im Gesundheitswesen und der Gesellschaft und vor allem Infizierungen besonders derjenigen, die zur Risikogruppe zählen.

Als Mitarbeitende im Kreiskrankenhaus Heppenheim sehe ich täglich, wie auf Hochtouren daran gearbeitet wird, diese Ausnahmesituation möglichst gut aufzufangen und vorzubereiten. Den Zusammenhalt und die gegenseitige Rücksicht, die wir nun auch in der Gesellschaft erfahren dürfen, sind überwältigend. Wir hoffen inständig, dass das in den kommenden Monaten nicht abebben wird, sondern in den Zeiten, in denen es am dringendsten nötig ist, uns durch diese schwere Krise tragen wird. Dass es derzeit noch an vielen Stellen hakt, ist klar. Wir hoffen dennoch, schnell genug zu sein und anfängliche Stolpersteine bald aus dem Weg geräumt zu haben. Es gilt nun zusammenzuhalten und mit der größtmöglichen Besonnenheit auf diese großen Herausforderungen zuzugehen.

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Umso irritierter verfolgen wir als Familie zum Teil die Berichterstattung im BA. Die Zeitung, die gerade in diesen Tagen für so viele Menschen ein so bedeutendes Medium zur Information ist und das Vertrauen so vieler Bergsträßer genießt, trägt mit teils plakativen Überschriften und Argumentationen in unseren Augen zur allgemeinen Verunsicherung bei und schürt im teils gewählten Stil in unseren Augen Ängste.

Keine Frage, der Tod der ersten Frau an der Bergstraße ist schrecklich. Doch muss dies auf der Titelseite so demonstrativ prangern? Wichtig wäre auch die Information gewesen, ob es Vorerkrankungen gab. Die Macht der Überschriften, der Konjunktionen und gewählter Zusammenhänge ist gerade in diesen Zeiten beim Schreiben von Texten geheuerlich. Sie prägen die Stimmung des Artikels, prägen sich ins Gedächtnis ein und beeinflussen die Wahrnehmung und Sichtweise der Leser auf die Corona-Pandemie.

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Vor diesem Hintergrund würden wir es sehr begrüßen, wenn dies in der Redaktion eine größere Rolle spielen würde. Denn das Schüren von Angst ist, zumindest in unseren Augen, das Letzte, was man in einer solchen Situation braucht.

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Sigrid Linke und Familie

Zwingenberg