AdUnit Billboard

2 - CO-Ausstoß Zahlenkunststücke und die Wirklichkeit

Lesedauer

Leserbriefe „Die Freiheit der Einzelnen ... (27. Mai) und „Prozentzahl aus der ...“ (2. Juni)

AdUnit Mobile_Pos2
AdUnit Content_1

Wenn jemand für jeden Gang zum Briefkasten seinen Privatjet starten würde, dann bliebe das unverantwortlich, auch wenn er nachweisen könnte, dass der Rest der Menschheit durch sein bloßes Atmen weit mehr CO2 erzeugte als er mit seinem Flugzeug. Wenn man eine Zahl klein erscheinen lassen will, braucht man nur eine möglichst große Vergleichsgröße.

Herr Rudolf zieht zum Vergleich des von Menschen verursachten CO2-Ausstoßes das gesamte CO2 heran, das ohne jeden menschlichen Einfluss seit Jahrtausenden in der Atmosphäre existiert. Zusätzlich betrachtet er, um die Zahl kleiner erscheinen zu lassen, nur den CO2-Ausstoß innerhalb des deutschen Luftraums. Kein Wunder, dass er damit den Ausstoß kleinrechnen kann.

Wozu tut er das? Er will rechtfertigen, dass Deutsche nicht auf andere Rücksicht nehmen müssten, weil ihr Verhalten doch viel zu unwichtig sei.

AdUnit Mobile_Pos3
AdUnit Content_2

Und das tut er genau zwei Tage nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts, das darauf hingewiesen hat, dass die älteren Generationen nicht die Freiheit der jüngeren beschneiden dürfen, nur um selbst ihre Freiheiten nicht einschränken zu müssen. (Zu seiner Information:

Beschluss vom 24. März 2021

1 BvR 2656/18, 1 BvR 96/20, 1 BvR 78/20, 1 BvR 288/20, 1 BvR 96/20, 1 BvR 78/20)

Er predigt schrankenlosen Egoismus, der jede Verantwortung für sein eigenes Tun von sich weist, und das im Namen der Freiheit.

AdUnit Mobile_Pos4
AdUnit Content_3

Damit nimmt er sein Recht auf freie Meinungsäußerung wahr. Das ist ihm durch das Grundgesetz verbrieft. Nur, dass man seiner hanebüchenen Argumentation zustimmt, darf er nicht erwarten.

Zahlenkunststücke befreien nicht von der Verpflichtung zu verantwortlichem Handeln.

Walter Böhme

Bensheim

AdUnit Footer_1
AdUnit Mobile_Footer_1