Felsenmeer Wer denkt an die Anwohner?

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Parkautomaten so voll wie nie, BA vom 4. Februar:

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Wer ist nicht stolz, wenn er sagen kann, in einer ruhigen von Natur umgebenen Gegend mit sagenumwobener Geschichte wohnen und leben zu dürfen? Wir jedenfalls sind es. Aber wo es schön ist und viele Menschen ihren Tagesausflug verbringen, gibt es auch immer die Schattenseiten, über die nur zu selten berichtet wird.

Im Sommer letzten Jahres wurden die Anwohner der Beedenkirchener Straße in Reichenbach (direkter Anfahrtsweg zum Felsenmeer) und die Anwohner der hieran angrenzenden Seitenstraßen von der Gemeinde zu einer Informationsveranstaltung eingeladen. Bürgermeister Andreas Heun berichtete über den aktuell enorm hohen Besucherstrom am Felsenmeer und teilte den Anwohnern mit, dass sie sich ab sofort auf kleine Einschränkungen und Umstellungen im Alltag einstellen müssen.

In der Folge räumten seit Juli bis weit in den November hinein aufgrund eines neuen absoluten Halteverbotes alle Anwohner der Beedenkirchener Straße jeden Samstag und jeden Sonntag ihre Fahrzeuge von der Straße und parkten in den angrenzenden Seitenstraßen (mit Parkausweis) – sehr zur Freude der dortigen Anwohner. Für die Stimmung in der Nachbarschaft ist dies nicht gerade förderlich.

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Der Verkehr für die zahlreichen Tagesgäste fließt seitdem reibungslos, und der Rettungsweg für die mehrfach am Wochenende im Einsatz freiwilligen Helfer der Feuerwehr ist frei, um die beispielsweise mit Flipflops in den Felsen kletternden Wanderer verletzt heraus holen zu können. So weit so gut.

Aber wer denkt an uns Anwohner? Einige Familien wie wir mit kleinen Kindern haben weder eine Garage noch einen Stellplatz. Jedes Wochenende sind nun weite Wege, selbst bei Wind und Wetter, angesagt. Eben mal schnell mit Sack und Pack ins Auto einsteigen, ist nicht möglich. Der Einkauf am Wochenende wird zeitlich dem Halteverbot angepasst.

Toilette als weitere Attraktion

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Und eigenen Besuch können wir am Wochenende, zumindest tagsüber, ebenso nicht mehr empfangen. Nicht alle sind so gut zu Fuß, dass sie mal eben ihr Fahrzeug auf der B 47 parken (unter Umständen mehr als ein Kilometer Fußweg), wenn sie dort überhaupt einen Platz zwischen den bundesweiten Autokennzeichen finden.

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Touristen sind willkommen – Familie, Freunde und Bekannte werden verjagt. Ob man hier noch von geringfügigen Einschränkungen sprechen kann oder von einem erheblichen Einschnitt der Bürgerinnen und Bürger von Reichenbach, darf jeder für sich beurteilen. Jedenfalls ein prall gefüllter Geldbeutel ist nicht alles.

„Die Geister, die ich rief, werde ich nun nicht mehr los.“ Marketing und Werbung gibt es laut oben genannter Informationsveranstaltung nicht mehr. Doch aus meiner Sicht ist jeder auch noch so objektive Artikel über das Felsenmeer ein Artikel zu viel. Und ein Toilettenhäuschen mit einem Wert von höre und staune 225 000 Euro dürfte eine weitere Attraktion und Besuchermagnet werden. Wer möchte sich so etwas nicht mal anschauen? Sind wir gespannt, was passiert und freuen uns auf eine neue Saison am Felsenmeer.

Roland Eich

Reichenbach

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