AdUnit Billboard

Klima Warum CO2 auch bei kleinen Zahlen ein Problem wird

Lesedauer

Leserforum „Prozentzahl aus der Schmuddelecke holen“, BA vom 2. Juni

AdUnit Mobile_Pos2
AdUnit Content_1

Die Argumentation des Leserbriefes benutzte Zahlen ohne richtige Zusammenhänge und zeichnete ein dadurch völlig falsches Bild. Hier ein grober Überblick zum Thema (Ich empfehle die ersten 50 Seiten des Taschenbuchs „Der Klimawandel“ von S. Rahmstorf):

Winziger Anteil – große Wirkung. Unstrittig ist, erst die Treibhausgase machen für uns das Klima auf der Erde angenehm. Ohne sie wäre die globale mittlere Temperatur -18 Grad Celsius, verglichen zu den tatsächlichen 15 Grad. Die 33 Grad mehr verdanken wir Spurengasen, die gerade einmal zusammen 2,54 Prozent der Atmosphäre ausmachen. Davon erwärmen 2,5 Prozent Wasserdampf um ca. 18 Grad. Die restlichen 15 Grad Temperaturerhöhung werden von insgesamt nur 0,040 Prozent Spurengasen bewirkt: Kohlendioxid (0,04 Prozent), Methan (0,0002 Prozent), Lachgas (0,00003 Prozent) und Spuren von Ozon.

Vor 55 Millionen Jahren gab es einmal in der Atmosphäre einen plötzlichen Anstieg an Kohlenstoff (CO2 oder Methan). Die Temperatur stieg daraufhin um fünf bis sechs Grad. So wie damals würde auch in Zukunft der Planet nicht untergehen. Aber die Menschheit würde riesige Probleme bekommen. So viel zur Behauptung des Autors „...obwohl der CO2 Gehalt in der Vergangenheit schon höher lag und zu keiner Katastrophe führte“.

AdUnit Mobile_Pos3
AdUnit Content_2

Kohlenstoffvorkommen

Vier Kohlenstoff-Reservoirs stehen auf der Erde in Verbindung. Fast aller Kohlenstoff (99,95 Prozent) ist in der Erdkruste als Gestein, Kohle usw. gespeichert. Klimarelevant sind für die kommenden Jahrhunderte allerdings nur die Atmosphäre, die Biosphäre (jeweils 0,001 Prozent) und der Ozean mit 0,045 Prozent des globalen Kohlenstoffs.

Die CO2-Austauschzeit zwischen Atmosphäre und Biosphäre liegt zwischen einem Jahr und wenigen Jahrzehnten. Der Ozean jedoch kann nur viel langsamer anthropogenes CO2 aus der Atmosphäre aufnehmen. Mit den oberen 1500 Metern im Ozean stellt sich erst nach ca. 100 Jahren ein neues Gleichgewicht ein. Der Transport von überschüssigem Kohlenstoff in das Tiefenwasser dauert sogar ca. 1000 Jahre. Geologische und biologische Prozesse steuern den natürlichen CO2-Zyklus über Verwitterung, Plattentektonik, Vulkanismus, Säurebildung im Ozean, Pflanzenwachstum (Nahrung) und Verwesung (Atmung). Der CO2-Gehalt änderte sich die letzten 400.000 Jahre nur wenig, lag immer zwischen 200 und 280 ppm. Jetzt stört die Verbrennung fossiler Rohstoffe dieses Gleichgewicht. Seit Beginn der Industrialisierung wurden ca. 7 Prozent des CO2 in der heutigen Atmosphäre durch fossile Energieträger freigesetzt. Die Biosphäre und der Ozean haben bisher davon die Hälfte absorbiert. Das restliche CO2 (3,5 Prozent) ist noch in der Atmosphäre. Der CO2-Gehalt steigt weiter kontinuierlich an (Suchbegriff: Keeling-Kurve). Zum Beispiel stieg er von 1960 bis heute um 100 ppm. Das sind zusätzliche 0,01 Prozent CO2 in nur 60 Jahren. Dies ist die Anreicherung von CO2, die der Autor des Leserbriefes anzweifelt. Der Großteil des zusätzlichen CO2 bleibt ca. 120 Jahre in der Atmosphäre. Aber, um die letzten 20 Prozent zu entfernen, benötigt der Ozean mehr als 1000 Jahre!

Atemluft

Wer in der Klimadiskussion den CO2-Gehalt der Atemluft anführt, ist den Gegner des Klimaschutzes voll auf den Leim gegangen. Dieses vermeintliche Argument wird seit Jahren von den Leuten wiederholt, die nicht bemerken, dass unsere Lebensmittel regenerative Energiequellen sind. Wir Menschen sind Teil des natürlichen biologischen CO2-Kreislaufs: Die Pflanzen wandeln das atmosphärische CO2 in Nahrung um. Unsere Zellen „verbrennen“ diese Nährstoffe und geben CO2 ab. Dies ist keine zusätzliche mit CO2-Quelle.

Jürgen Volpp

AdUnit Mobile_Pos4
AdUnit Content_3

Bensheim

AdUnit Footer_1
AdUnit Mobile_Footer_1