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Neubaugebiet Seegenberg Wann nimmt die Kommune ihre Pflichten wahr?

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„Als der Hang jeglichen Halt verlor“, BA vom 5. Oktober

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Der Artikel im BA liest sich wie eine Blaupause für das Baugebiet Seegenberg auf dem ehemaligen Gelände der Blindenmission in Schönberg.

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Lokalgeschichte

Als ein Hang in Heppenheim jeglichen Halt verlor

Veröffentlicht
Von
dj/ü
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Beispiel Seegenberg (nachzulesen in einem Bericht zu den Schäden mit Datum 8. November 2013): Nach außergewöhnlich starken und anhaltenden Niederschlägen Ende Mai/Anfang Juni 2013 wurden am 4. Juni 2013 Risse und Absenkungen auf dem Gelände der Blindenmission festgestellt.

Gebäude-Einsturz befürchtet

Da ein Abrutschen des Hanges und sogar eines Einsturzes eines Gebäudes mit Verkehrsgefährdung auf der B 47 befürchtet wurde, wurde folgende Maßnahmen getroffen: Sperrung eines Gebäudeteiles der Blindenmission, zusätzliche Abstützung mit Stahlsprießen, Fällung von schiefstehenden Bäumen, Sperrung der B 47, Absperrung der Gasversorgungsleitung.

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In dem nun erschienenen Artikel im BA wird neben „Schicksalsschlägen“ durch Erdrutsche am Schlossberg in Heppenheim in 1968 auch von einem Hangrutsch im Juni 2013 (wie auf dem Gelände der Blindenmission) oberhalb der kleinen Parkanlage in der Hutzelschweiz berichtet – ausgelöst durch eine (offensichtlich harmlose anmutende) terrassenförmige Gestaltung eines Gartens.

All diese Beispiele zeigen die Standsicherheitsproblematik und Rutschgefährdung der Lösshänge an der Bergstraße und im Vorderen Odenwald. Bereits im Zuge der Erstellung des Bebauungsplans für das Baugebiet „Seegenberg“ in 2005/2006 wurde seitens der Träger öffentlicher Belange (wie dem Kreisausschuss) und der Anlieger auf diese Gefahr hingewiesen, ohne dass dies seitens des Bauamtes und des Investors ernstgenommen worden wäre.

Wohneinheiten verdreifacht

Stattdessen wurde Anfang 2021 eine 1. Änderung des Bebauungsplanes vorgelegt, in dem in einem vereinfachten Verfahren auf die Schnelle die Wohneinheiten verdreifacht werden.

Auch im Zuge dieses Verfahrens wurden keine Baugrunderkundungen vorgenommen, die den Anforderungen der DIN EN 1997-2:2007 an erforderliche Voruntersuchungen im Rahmen der Bauleitplanung genügen. Im nördlichen Bereich, der mit 45 Grad (1:1) Neigung zum Hofweg hin abfällt, liegen immer noch überhaupt keine Untersuchungen vor. Vielmehr wurden die tatsächlichen Geländeverhältnisse in den Plänen und Unterlagen weiterhin verschleiert.

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Erst auf Betreiben der Anlieger haben sich die Vertreter des Bauamtes und des Investors zu einer erstmaligen Ortsbesichtigung im Frühjahr 2021 eingefunden. Wann nehmen das Bauamt und die Gremien endlich ihre Verantwortung und Pflichten wahr?

Zur Erinnerung: Die Amtsträger der Gemeinde haben die Pflicht, bei der Aufstellung eines Bebauungsplans Gesundheitsgefahren zu verhindern. Die Gemeinde ist verpflichtet, mögliche Gefährdungen bereits im Stadium der Planung und nicht erst bei der Prüfung der bauordnungsrechtlichen Zulässigkeit der einzelnen Vorhaben zu ermitteln. Bei der Aufstellung von Bauleitplänen sind gesunde und sichere Wohn- und Arbeitsverhältnisse zu berücksichtigen.

Gerhard Schulz

Bensheim

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