Wanderwege in Lautern Wanderer werden an die Bundesstraße verbannt

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Von Lautem bis zur Gemarkung Hohenstein sowie dem heutigen Nibelungensteig gab es schon seit Menschengedenken einen Verbindungsweg. Dieser begann an der Nibelungenstraße, führte durch die Hohensteiner Straße, heute In den Klingen, vorbei am Erlengrund bis zur Waldstraße. Ab hier über einen Wiesen- und Waldpfad. Dieser Weg hatte Bestand bis 1970.

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Ab dann gab es einen kleinen Umweg, ab der Straße Am Lustgarten vorbei an den Stockwiesen bis zu einer Wassermess-Station der Gemeinde. Unmittelbar danach endet der Fahrweg. Ab hier gab es zwei Pfade, der rechts abbiegende in Richtung Hohenstein, der links abbiegende in Richtung Gadernheim und Raidelbach.

Der Pfad in Richtung Hohenstein wurde vom Eigentümer des Wiesengeländes 2018 gesperrt. Für Wanderer und Spaziergänger blieb nun nur noch der Pfad in Richtung Gadernheim begehbar. Dieser wurde von einer Nordic-Walking-Gruppe gepflegt und dies 20 Jahre lang. Seit Herbst 2020 wird dieser Weg von Pferden zertrampelt, indem die Pferdebesitzer zu Rundwanderungen durch die Gemarkung Lautern starten: über den Wanderpfad zu einem Forstweg, dann weiter zur Nibelungenstraße, hier auf dem Bürgersteig zur Straße Am Lustgarten und zurück in ihre Pferdekoppeln.

Die Hinterlassenschaften der Tiere, sowohl auf dem Bürgersteig als auch auf der Ortsstraße werden liegengelassen. Die Anlieger können den Dreck ja beseitigen. Wie eine Hundesteuer wäre in Lautertal eine Pferdesteuer angebracht.

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Ich habe kein Verständnis dafür, dass dann noch einige Bürger aus Lautem dieses Verhalten nicht nur billigen, sondern diesen Pächtern auch noch mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Fazit: Die Wanderwege wurden gesperrt, öffentliche Pfade sind nun total zertrampelt. Wir steuerzahlenden Einwohner aus Lautem sind gezwungen, den Bürgersteig der Nibelungenstraße als Wanderweg zu nutzen, um hier die kontaminierte Abgasluft und den Straßenlärm zu genießen – und dies vor allem in Corona-Zeiten.

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Meine Frage an den Verpächter der Pferdekoppeln war die, ob er denn nicht seinen Pächtern bei der Verschandelung der Wege Einhalt bieten kann. Seine Antwort: „Ihr Wanderer und Spaziergänger könnt bei der Gemeindeverwaltung den Antrag stellen, einen Trampelpfad extra für Pferdehalter auszuweisen.“ Diese Antwort war für mich schockierend. Wo ist hier noch Raum für ein friedliches Miteinander?

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Meine Bitte an den neuen Ortsbeirat in Lautem: Wenn er nach der Wahl handlungsfähig sind, gemeinsam mit der Gemeindeverwaltung beraten, ob denn in dieser Gemarkung die Möglichkeit besteht, Wanderwege und Pfade im Katasterplan einzutragen beziehungsweise zu dokumentieren, damit diese für Wanderer und Spaziergänger zugänglich sind und nicht von rücksichtslosen Pferdehaltern zertrampelt werden können.

Rainer Dreiseitl

Lautern