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Marktplatz Verändert ein Amt tatsächlich doch die Person?

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Marktplatz: Die Juristen prüfen noch, BA vom 4. November

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Der Sinnspruch „Vor Gericht und auf hoher See befindet man sich in Gottes Hand“ bedarf dringend einer Revision. In Gottes Hand begibt man sich ja meistens voller Vertrauen, bei der öffentlichen Hand ist in vielen Fällen allerdings eher Misstrauen angebracht, wofür auch unsere Kommunalpolitik derzeit allen Grund liefert.

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Juristen prüfen Bensheimer Marktplatz-Verfahren

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Von
Dirk Rosenberger
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Die Wiederholungsschleife, die dem Bürger hier vorgeführt wird, entbehrt dabei jeder Komik. Schließlich hat die Politik den Zankapfel „Marktplatz“, mit dem die irritierten Bensheimer seit rund zwei Jahren konfrontiert sind, selbst in die Stadtgesellschaft geworfen, indem durch den Abriss des Hauses am Markt unnötigerweise Fakten geschaffen wurden, die erst die Probleme verursacht haben, mit denen wir uns nun herumschlagen müssen.

Es entspricht schon einer gewissen Absurdität, ein Haus abzureißen, für das es angeblich keine Verwendung mehr gab, um es mit Macht durch ein neues ersetzen zu wollen, für dessen Nutzung auch noch kein sinnvoller Plan vorhanden ist. Dazu kommt dann der schon reichlich vorhandene Leerstand in der Innenstadt.

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Dabei hat sich doch augenscheinlich herausgestellt, dass die Bensheimer zu einem nicht unerheblichen Teil ihren „Schorschblick“ lieben und die Kirche als angemessenen Abschluss des Marktplatzes betrachten. Die Erfahrung mit dem Bürgerhaus gibt darüber hinaus Anlass zu befürchten, dass die Kosten bei einem Neubau wieder ins Uferlose steigen.

Wenn sich die Verantwortlichen im Rathaus ehrlich machen würden, müssten sie zugestehen, dass sich das eigentliche Problem eher am unteren Ende des Marktplatzes manifestiert. Mit Ramschläden und dem Verfall preisgegebenen Fachwerkhäusern lässt sich eben kein „Flair und mehr“ erzeugen. So war es schon folgerichtig, diesen Werbespruch durch ein nichtssagendes Logo zu ersetzen.

Offensichtlich mangelt es den Stadtoberen nicht nur an Kompetenz, sondern auch an zielführenden Ideen. Und „wenn man nicht mehr weiter weiß, gründet man einen Arbeitskreis“. Wir leisten uns in Bensheim das Kompetenzgerangel gleich mehrerer „Teams“, damit die sich in ihrer Arbeit gegenseitig besser behindern können.

Nach dem Motto „teile und herrsche“ versuchen nun die Verantwortlichen im Rathaus , sich das herauszupicken, was für sie vermeintlich am bequemsten ist und genieren sich nicht einmal, verbindlich gefasste Beschlüsse außer Kraft setzen zu wollen, indem sie auf Kosten der Steuerzahler gleich mehrere Anwälte darauf ansetzen. Ist das der versprochene Klimawechsel im Rathaus?

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Unsere neue Bürgermeisterin scheint vergessen zu haben, dass das vorherige Stadtoberhaupt genau über solche Machenschaften gestolpert ist. Zur Rückbesinnung sei die Lesung des von ihr verfassten Leserbriefes im BA vom 27. Mai 2020 empfohlen. „Das Bürgerbegehren zu ignorieren, die Initiatoren zu verleumden und einfach weiterzumachen, ist einer Stadt wie Bensheim unwürdig. [. . .] Wir sitzen nicht nur im Rathaus (gemeint ist hier die Erste Stadträtin), sondern leben in Bensheim und wünschen uns bei wichtigen Entscheidungen für unsere Innenstadt tatsächlich, mitbestimmen (zu) können.“ Da war sie noch einfache Bürgerin der Stadt.

Sollte es doch tatsächlich der Fall sein, dass nicht die Person das Amt, sondern immer ein Amt die Person verändert? Das wäre ein ernüchterndes Fazit für uns Wähler und ein schlechter Grund für zunehmende Politikverdrossenheit.

Doris Tiemann

Bensheim

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