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Afghanistan Spätestens seit Ende 2019 hätte man es wissen müssen

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Es erstaunt, wenn angesichts der aktuellen Situation in Afghanistan von den politisch Verantwortlichen hierzulande, allen voran Außenminister Maas und Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer, beteuert wird, die jetzige dramatische Lage und die schnelle Übernahme Kabuls durch die Taliban habe niemand vorhersehen können. Die Menschenrechts-Initiative Bergstraße, deren Sprecher ich bis zu meiner Krebserkrankung 2019 war, hat seit 2005 in zahlreichen öffentlichen Veranstaltungen in Bensheim und Umgebung die jeweils aktuelle Lage, die soziale Not der Bevölkerung sowie die Frage der Frauenrechte immer wieder thematisiert. Afghanistan ist auch nach 20 Jahren Anwesenheit westlicher Truppen und Milliarden ausländischer Hilfsgelder immer noch eines der ärmsten Länder der Welt.

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In von uns gezeigten Filmdokus kamen erfahrene und engagierte Afghanistan-Kenner wie der ehemalige Militärarzt Dr. Reinhard Erös zu Wort, der sich seit Jahren vor Ort mit dem Bau von Schulen insbesondere auch für Mädchen, der Einrichtung von Krankenhäusern u. a. m. insbesondere im Osten Afghanistans engagiert, unter Einbeziehung der Taliban, die schon damals weite Teile des Landes kontrollierten – und mitregierten. Denn die korrupten Eliten um Ex-Präsident Karsai und dem jetzt geflüchteten Ashraf Ghani, darunter Warlords und Drogenbarone, auf die sich der Westen stützte, bereicherten sich auf Kosten der immer ärmer werdenden Bevölkerung, für die die Hilfsgelder eigentlich bestimmt waren. Die Nato-Militäroperationen, Drohnenangriffe und brutalen Razzien mit zahlreichen zivilen Opfern gehörten ebenso zum afghanischen Alltag.

Spätestens seit Ende 2019 hätten alle politisch Verantwortlichen im Westen durch die Veröffentlichung der sog. „Afghanistan Papers“ in der „Washington Post“ über diese Fehlentwicklungen und Missstände informiert sein müssen. Immerhin 400 US-Offizielle legten bis ins Detail dar, wie fatal die Lage in Afghanistan damals war und der Machtbereich der Taliban de facto wenige Kilometer außerhalb Kabuls begann.

Rainer Scheffler

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