AdUnit Billboard

Abtreibungsdebatte Schubladendenken wird dem Thema nicht gerecht

Lesedauer

„Ein Fall schlägt hohe Wellen“ und Kommentar „Unerträglich“, BA vom Freitag, 15. Juli

In dem Artikel wird auf die aktuelle Abtreibungsdiskussion in den USA eingegangen. Schon beim ersten Lesen fiel mir die arg tendenziöse Art der Berichterstattung auf. Dafür fand ich dann eine Erklärung, als ich auf Seite 2 den Kommentar von Dirk Hautkapp fand – eben jenem Autor des Artikels.

Mehr zum Thema

Weizenfeld-Vernichtung Leserbrief zur Vernichtung von Weizenfeldern: „Ich war selten so sprach- und fassungslos“

Veröffentlicht
Mehr erfahren
Pandemie

Erhöhte Corona-Zahlen durch den Weinmarkt in Heppenheim?

Veröffentlicht
Von
fran/ü
Mehr erfahren

Der Kommentar hat einen erschreckend polarisierenden Ton und zieht Argumente herbei, gegen die viel einzuwenden wäre. Schwer erträglich, lassen wir das mal als Meinungsäußerung so stehen. Aber wenn schon ein dermaßen vehementer Meinungsmacher in ein und derselben Ausgabe mit Berichterstattung plus Kommentar zu Wort kommt, so müsste die Redaktion in besonderer Weise darauf achten, dass der Bericht neutral daherkommt. Das tut er mitnichten. Das geht los mit der Auswahl des Fotos und äußert sich in zahlreichen Textpassagen. Hier eine Auswahl: „haarsträubende Konsequenzen“ (absolut unseriöse Kommentierung, gehört bestenfalls in einen Kommentar), „musste reisen, um … ärztliche Hilfe zu bekommen“ (ach ja, ist Abtreibung jetzt schon gleichzusetzen mit einer Wundversorgung?), „konservative Medien hatten … stigmatisiert“, „am schnellsten bekam … die Kurve“ (das ist ganz klar wertend), „Hinweis auf den wahren Kern“ (welcher das sein soll, bestimmte der Autor), bis zu der „ultra-radikalen Lehre“ der Republikaner.

Generell wird schon das Schubladendenken in rechts-konservativ und links-liberal diesem ethisch bedeutsamen Thema nicht gerecht. Schlimm genug, wenn in den meisten Medien konservative Positionen als rückständig, freiheitshemmend und dumm gebashed werden. Dabei soll doch Journalismus in erster Linie berichten (nicht unterhalten) – und damit Meinungsbildung ermöglichen (idealerweise in Abwägung der Argumente und Werte). Aber in diesem Artikel wird halb subtil, halb offensichtlich – je nach Aufmerksamkeit des Lesers – Meinung gemacht; genau genommen grenzt der Ton hier schon an Hetze. Und das bei menschenleben-relevantem Thema! Herr Hautkapp, das ist kein seriöser Journalismus!

Vom BA bin ich Besseres gewohnt und erwarte das auch in Zukunft.

Martin Giebeler

Zwingenberg

Leserbrief-Richtlinien online: www.bergstraesser-anzeiger.de/leserforum

AdUnit Footer_1
AdUnit Mobile_Footer_1