Schönberg Schloss und Park für die Bürger identitätsstiftend

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„Der älteste Landschaftspark“, BA vom 4. Februar

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Wer oder was ist Schönberg? Sind es die Berge, die Straßen, die Häuser, der Eintrag in Google Maps?

Wir meinen, es sind die Menschen, die diesen Ort ausmachen, die hier ihre Heimat und ihre Identität gefunden haben. Wer kann behaupten, dieser Ort ist meine Heimat? Diejenigen, die hier geboren wurden und aufgewachsen sind, deren Eltern und Großeltern hier schon über Generationen lebten? Was ist mit den vielen Zugezogenen? Sind sie Schönberger, sobald sie hier ihren ersten Wohnsitz haben?

Wir meinen, Schönberger zu sein, ist ein Gefühl und Erleben. Wann fühlen wir uns denn als Schönberger? Schöne Erinnerungen an einen besonderen Baum wie die Kastanie am Neuen Schlossweg oder eine Aussicht über das Schönberger Tal, Erlebnisse bei Festen oder gemeinsamen Aktivitäten mit Nachbarn oder in einem Verein, aber auch Plätze zum Verweilen oder zufällige Begegnungen verbinden uns mit den Menschen in diesem Ort und geben uns Identität und Heimat.

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Schönberg wird dominiert von der Bundesstraße und vom Schloss samt Park. Sie nehmen enorm viel Raum ein und sind für den Ort überaus wichtig. Es gibt kein Gegengewicht: Die evangelische Kirche ist so weit entfernt und liegt überhaupt nicht auf dem Weg. Das Vereinsheim mit Dorf- und Spielplatz wird von kaum jemanden als Dorfmittelpunkt genutzt.

Der Wambolder Sand und der Schönberger Sportplatz werden häufiger frequentiert, aber sind zu weit weg, als dass sie für viele Identität mit Schönberg stiften könnten. Die Bundesstraße: Ja, das ist unsere zentrale Lebensader aus unserem Dorf mit seinen engen Tälern und steilen Hängen hinaus. Aber Heimatgefühle kann sie sicherlich nicht hervorrufen.

Weithin sichtbare Schönheit

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Es ist das Schloss mit seinem Park, das die Identität für die Schönberger ausmacht: weithin sichtbar, Schönheit und Beschaulichkeit ausstrahlend, wunderschöner alter Baumbestand, herrliche Wiesen, schattige Lindenalleen, plätscherndes Wasser. Der Park mit all seinen Elementen schafft Beziehung zur Geschichte der kleinen und großen Leute, wie die Autorin sie beschrieben hat.

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Hier haben Feste für das ganze Dorf stattgefunden, hier haben viele Schönberger als Kinder gespielt, hier genießt man Rundwege und Aussichten. Unter kontakt@schlosspark-freunde.de erhalten Interessierte Informationen über die Geschichte des Parks.

„Abgeschotteter Fremdkörper“

Nun sind wir Schönberger froh, dass sich ein Investor gefunden hat, um Schloss samt Park zu bewirtschaften. Wir haben die Erwartung und Hoffnung auf ein nachbarschaftliches und freundliches Miteinander.

Zurzeit sieht es aber eher so aus, dass ein in sich geschlossener und abgeschotteter Fremdkörper mitten in unseren Tälern und Hügeln entstehen wird.

Eigentum verpflichtet

Eigentum verpflichtet, sagt das Grundgesetz. Sein Gebrauch solle zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen. Ist das über Steuern und andere Abgaben erledigt?

Der neue Schlossbesitzer berichtet, dass er sich nicht geachtet fühlt: Privater Müll im Schlosspark, rücksichtslose Hundebesitzer, die sich nicht um Hinterlassenschaften kümmern. Dies ist sicherlich ein Missstand. Zurzeit ist der Schlosspark geschlossen, was wir sehr bedauern.

Ulrike und Orestes Klöble

Bensheim-Schönberg

Info: Leserbrief-Richtlinien online: www.bergstraesser-anzeiger.de/leserbriefe