Straßenbau Rücksichtslose Verschwendung von Steuergeld

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Ausbau der B 47 in Gadernheim:

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In diesem Jahr will Deutschland mehrere Kohle-Kraftwerke stilllegen, um den Ausstoß von Kohlendioxid so gut wie möglich zu reduzieren und die Welt nicht noch mehr durch giftige Abgase zu verseuchen. Da Kohlendioxid nur langsam abgebaut wird, hat die Konzentration 2020 einen neuen Höchststand erreicht.

Um die Ziele des Pariser Klimaabkommens einzuhalten, müsste der Ausstoß jedes Jahr um fünf bis zehn Prozent sinken, um bis 2030 das Ziel zu erreichen. Um das Steigen des Meeresspiegels und das Abschmelzen der Eisberge zu vermeiden, müsste jeder Bürger seinen Beitrag leisten. Nur Hessen Mobil kümmert das wenig.

Ihr Beitrag: sämtliche Bushaltestellen entlang der B 47 auf die Straße zu verlegen und den Rückstau von zehn bis 20 Autos hinter den Bussen in Kauf nehmen, da es selten eine Möglichkeit zum Überholen der Linienbusse gibt. Damit ist der Austritt von giftigen Abgasen Tür und Tor geöffnet.

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Als vor etwa 50 Jahren massenweise Haltebuchten an der B 47 ausgebaut wurden, haben sich die Planer sicher etwas dabei gedacht, was eigentlich nur Vorteile gebracht hat. Nun wie Hessen Mobil alles rückgängig machen, wodurch unnötige Kosten von rund 200 000 Euro entstehen würden, wenn es der Behörde gelingt, alle Haltestellen auf die Fahrbahn zu verlegen.

Kein Anwohner der B 47 will, dass die Haltebuchten entfernt werden. Bei einer Gemeinderatssitzung hat der Straßenplaner von Hessen Mobil verkündet, dass die Haltebucht an der Linde in Gadernheim erhalten bleiben soll. Sie müsste aber von 55 auf 88 Meter verlängert werden, damit die Busse parallel zum Bürgersteig behindertengerecht und barrierefrei halten können. Nach dem Personenbeförderungsgesetz müssten alle Bushaltestellen barrierefrei und behindertengerecht ausgebaut werden. Durch die unnötige Verlängerung und den Abbau einer Böschung würden auf die Gemeinde Kosten von rund 50 000 Euro zukommen.

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In der Gemeinde Fürth wurden im vergangenen Jahr an der B 38 zwei alte und zwei neue Haltebuchten ausgebaut. Wieso ging das an der B 38, und auf der B 47 soll es nicht gehen? Hessen Mobil vertrat den Standpunkt, dass diese Haltestellen trotz angehobener Gehwege nicht als barrierefrei eingestuft werden können. Ausreden zu finden, ist einfach. Von Elmshausen bis Gadernheim gibt es Beispiele mehr als genug.

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Die vier geplanten Querungshilfen sind keine Hilfen, sondern Hindernisse. Was ist, wenn sie mit Schnee und Eis bedeckt sind? Wie sollen Personen die Straße überqueren, ohne der Gefahr ausgesetzt zu sein, von einem Fahrzeug angefahren zu werden? Man hätte besser Zebrastreifen vorgesehen, die billiger wären und von jedem Räumfahrzeug von Schnee und Eis auf der gesamten Breite geräumt werden können, was bei einer Querungshilfe nicht möglich ist.

Alle Bushaltebuchten von Lindenfels bis Bensheim könnten ganz einfach ausgebaut werden, ohne weitere Kohlendioxid-Abgase, die die Luft verseuchen. Allein das Entfernen aller Haltebuchten von Bensheim bis Lindenfels wird voraussichtlich Kosten von 400 000 Euro für den Steuerzahler verursachen. Das ist eine rücksichtslose Geldverschwendung in Zeiten von Corona, wo jeder Euro dringend gebraucht wird, wo große und kleine Firmen in Insolvenz gehen und Menschen massenweise ihre Arbeitsplätze verlieren und ihre Mieten nicht mehr werden zahlen können. Und alle Bürger die an den vorgesehenen Haltestellen wohnen, werden jeden Tag zirka 14 Stunden lang weiteren Abgasen ausgesetzt.

Hessen Mobil versteht vom Planen wenig. Jeder Lehrling in einem Planungsbüro könnte nach zwei Monaten die Zeichnung herstellen, zu der die Behörde nicht fähig ist. Beispiele gibt es mehr als genug.

Ich erkläre gerne, wie man eine Haltebucht barrierefrei und behindertengerecht ausbauen kann. Als Erstes müssten von der Einfahrt etwa 50 Meter und am Ende etwa 20 Meter der vorhandenen Bordsteine gegen höhere behindertengerechte ausgetauscht werden. Anschließend müssen die Verbundsteine beziehungsweise der Asphalt auf die gleiche Höhe angehoben werden. Das Wartehäuschen muss dabei weder entfernt noch ausgetauscht werden, was bei einer Verlegung der Haltestelle auf die Straße nochmals unnötige Kosten verursachen würde. Es würde dann auch keinen unnötigen Rückstau geben, so lange der Bus sich in der Haltestelle befindet.

Kreisverkehr wäre besser

Der Abzweig der Darmstädter Straße Richtung Brandau soll verengt werden. Haben die Planer aus Elmshausen nichts gelernt? Ich habe für die Stelle einen Kreisverkehr gezeichnet von sechs bis acht Metern Durchmesser, der durch kostenlose Findlinge gestaltet werden könnte, wie sie überall im Lautertal zu finden sind. Sie könnte man gleichmäßig in dem Kreis ablegen. Das würde als Hinweis auf das Felsenmeer gut ankommen. Die auf der Verkehrsinsel stehenden Hinweisschilder, die entfernt werden müssen, könnten auf einem Kreisel mit eingeplant werden. Hergestellt werden könnte das in zirka drei bis vier Wochen.

Den Plan würde ich Hessen Mobil kostenlos zur Verfügung stellen. Auch für weitere Auskunft stehe ich jederzeit zur Verfügung. Ich werde alles tun, was in meiner Macht steht, um die Verschwendung auf dem Rücken der Steuerzahler durch den Rückbau der Haltebuchten sowie die unnötige Verlegung der Haltestellen auf die B 47 zu verhindern. Genau wie den zusätzlichen Ausstoß von Kohlendioxid von den Pkw und Lkw, die sich im Rückstau befinden und der über viele Jahre die Gesundheit aller Bürger aufs Spiel setzt.

Ich appelliere an alle betroffenen Bürger, gegenüber Hessen Mobil dazu beizutragen, dass dies verhindert wird. Sollte das alles keine Früchte tragen, denke ich über einen Protest beim hessischen Umweltministerium nach. Mit dem Bundestagsabgeordneten Dr. Michael Meister habe ich schon gesprochen, um alle Unterlagen an die Kanzlerin weiterzuleiten.

Werner Degenhardt

Gadernheim