Religion und Staat Regierung im Iran handelt nicht nach der Lehre im Islam

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„Proteste im Iran: Mindestens 18 Tote”, BA vom Donnerstag, 17. November

Als eine freiwillig kopftuchtragende Muslima, welche das Kopftuch aus spiritueller Überzeugung und als Ausdruck ihrer Liebe zu Gott trägt, ist es absolut tragisch und ungerecht, dass die Frauen im Iran zu der Verschleierung gezwungen werden. Jedoch ist es wichtig in der Debatte anzumerken, dass das Verhalten und die Durchführung der iranischen Regierung absolut nicht im Einklang mit den islamischen Lehren sind.

Denn im heiligen Qur’an heißt es ,,Es gibt keinen Zwang im Glauben” (vgl. Sura Al Baqarah, Vers 257). Damit wird deutlich, dass kein Mensch gezwungen werden darf, einen Glauben anzunehmen und zudem auch keine weltliche Strafe beim Verlassen der Religion beziehungsweise Nicht-Einhaltung der Gebote erfolgen darf. Denn als wahrer Muslim ist man bestrebt, dass Wohlgefallen Gotts zu erlangen und somit ist auch die Rechenschaft nur bei Gott abzulegen.

An dieser Stelle möchte ich hinzufügen, dass die Handlungen seitens der iranischen Regierung nicht mit den friedlichen Lehren des Islams übereinstimmen. Da es auch hierzu im heiligen Qur’an sehr deutlich heißt: „Wenn jemand einen Menschen tötet (...) so soll es sein, als hätte er die ganze Menschheit getötet’’. Anhand dessen wird ersichtlich, dass Gewalt keinen Platz im Islam findet.

Anschließend möchte ich darauf hinweisen, dass viele iranische Frauen auf tragische Weise zur Verschleierung gezwungen werden, es aber auch Frauen in anderen Ländern wie Indien gibt, wo den Frauen Grundrechte wie das Recht auf Bildung verwehrt werden, weil sie ein Kopftuch tragen möchten. Im Kern ist also nicht das Kopftuch das Problem, sondern das mangelnde Selbstbestimmungsrecht einer Frau.

Zum Schluss möchte ich mein Beileid an die Familien der Opfer ausdrücken und wünsche, dass die iranische Regierung zur Vernunft kommt und gemäß universeller Menschenrechte handelt.

Komel Qasim

Heppenheim