Zu späte Reaktionen Proteste nicht auf dem Rücken der Sportler

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Betr.: Boykott-Aufrufe zur Fußball-WM in Katar

Ich möchte mich auf diesem Weg zu den ganzen Boykott-Aufrufen äußern. Als 2010 diese gekaufte WM vergeben wurde, hätten alle Fußballverbände vereint aufstehen und ihre Teilnahme verweigern müssen. Aber in Anbetracht der Gewinne, die sich aus solch einem Spektakel erzielen lassen, haben alle geschwiegen. Alle wussten, welche Bedingungen diese Wüsten-WM bringen wird.

Man hat zugesehen, wie die Menschen ausgebeutet und drangsaliert wurden und eine Vielzahl ob der Arbeitsbedingungen gestorben sind. Nichts, außer ein paar Berichten in verschiedenen Medien, ist geschehen. Man hat weiterhin Bücklinge vor den Herrschenden gemacht, wenn es um politische Interessen ging. Aber auch hier wurden Menschenrechte außer Acht gelassen.

Jetzt fällt es vielen ein, dass der Fußball als Botschafter herhalten soll, sich gegen all diese Ungerechtigkeiten zu wehren. Welch eine Heuchelei. Ich glaube nicht mehr an die im Sport doch so wichtige Fairnes, wenn der Mammon das beherrschende Element ist. Warum wollt Ihr, die jetzt zum Boykott aufrufen, den nur an Fußball interessierten die Freude an ihrem Sport nehmen? Kümmert Euch besser im Vorfeld bei der Vergabe einer solchen Veranstaltung um eine saubere Ebene, die nicht auf dem Rücken der Sportler ausgetragen werden muss. Es sei denn, man will weiterhin das Motto „Geld regiert die Welt“ in den Vordergrund stellen.

Die jetzige Reaktion, den Hinterbliebenen eine Entschädigung zu zahlen für den Verlust eines Angehörigen, ist nichts anderes als ein schlechtes Gewissen zu verdrängen.

Helmut Renner

Einhausen