Ärztehaus Patienten stehen Schlange auf der Straße vor der Praxis

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Bereits seit 2020 plant Lorsch ein Ärztehaus auf dem Gelände des alten Spritzenhauses. Seit 2021, gut eineinhalb Jahre später, haben sich unsere Stadtverordneten dazu durchgerungen, dass auf besagtem Gelände vier Arztpraxen und einige Wohnungen geplant werden und haben dem Verkauf zu diesem Zweck zugestimmt. Es hatten sich auch schon einige Interessenten gemeldet, aber wenn es erneut Jahre dauert, bis es in dieser höchst wichtigen Sache voran geht, werden es einige Lorscher Bürger nicht mehr erleben.

Für einige vielleicht zu spät

Unser Bürgermeister hat in seinem Wahlaufruf betont, dass er sich in der nächsten Legislaturperiode verstärkt für die älteren Bürger einsetzen will – die Hoffnung stirbt zuletzt! In einer sehr kleinen Praxis, mit sehr schlechtem Zugang, früher nur für einen Arzt, haben sich jetzt vier Ärztinnen niedergelassen und man kann ihm nur raten, sich morgens um 8 Uhr einmal in die Hirschstraße zu begeben und sich in die Warteschlange der Bürger einzureihen, die vor der der Praxis auf der Straße warten müssen, um die Stimmung seiner Wähler zu erleben, von denen einige Wartende das neue Ärztehaus vielleicht nicht mehr erleben.

Dafür lässt er seine Ordnungshüter vorbei fahren, die offenbar nichts anderes zu tun haben, als die Nummernschilder der dort stehenden Autos zu fotografieren, um sie mit einem Bußgeld in Höhe von 55 Euro zu bestrafen.

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Ja natürlich, in dieser Sackgasse hängt ja ein vergilbtes Halteverbots-Schild mit dem Hinweis, dass dieser Bereich für die Feuerwehr frei sein müsse. Eigentlich lächerlich, dieses Schild ist vor langer Zeit angebracht worden, weil im leerstehenden Nebengebäude mal ein Getränkemarkt war.

Warum schreibe ich diesen Leserbrief? Nicht um den Bürgermeister zu diskreditieren, sondern ihn zum Wohl seiner Bürger zum Handeln aufzurufen. Gerade hat meine Frau die besagten 55 Euro überwiesen, weil sie mich, 70% gehbehindert, zur Praxis gefahren hat und dort für einen kurzen Moment auf mich gewartet hat. Hätte der Vollzugsbeamte nachgesehen, weswegen meine Frau dort stand, hätte er den Schwerbehindertenausweis an der Windschutzscheibe und meine Frau im Auto sitzend gesehen.

Hinweis statt gleich Strafzettel

Ein freundliches Wort war früher die Regel, bevor man Knöllchen verteilt hat. Meine Frau wäre sofort weg gefahren. Aber es wird ja nur noch fotografiert. Der Strafzettel ist notwendig, um auf die Parkraumnot hinzuweisen – und damit diese Not noch größer wird, werden Parkplätze in der Römerstraße für einen Schnellimbiss umfunktioniert und von den Ordnungsbehörden geduldet.

Jürgen Hoffmann

Lorsch