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Neubaugebiet Schönberg Oberflächenwasser ein gravierendes Problem

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Planänderung führt zu einer Fülle von Problemen, Leserforum vom 31. Mai

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Die Autorin kritisiert zu Recht das Schönberger Neubaugebiet und stellt unter anderem die Frage nach dem Abwasser. Ein weitaus gravierenderes Problem ist jedoch das Oberflächenwasser der versiegelten Flächen.

Der Bürgerinitiative „Schmelzig“ in Elmshausen, die mit Erfolg juristisch gegen das gleichnamige Baugebiet vorgegangen war und es, falls notwendig, auch weiterhin tun wird, liegt die Berechnung zum dortigen Oberflächenwasser vor.

Beispiele im Lautertal

Demnach fallen bei geplanten 33 Wohneinheiten, einer „undurchlässigen Fläche von 0,724 Hektar“ und einem sogenannten „zweijährigen Regenereignis“, 186 Liter Wasser pro Sekunde, an, das in die angrenzende Lauter eingeleitet werden soll, somit elf Kubikmeter pro Minute.

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Das im Lautertaler Ortsteil Reichenbach geplante Neubaugebiet „Destag“ wird mit 55 bis 88 Wohneinheiten ungefähr doppelt so groß ausfallen wie der „Schmelzig“. Berechnungen sind bislang öffentlich nicht bekannt, aber auch dieses Oberflächenwasser muss in die angrenzende Lauter eingeleitet werden.

Kanaldeckel verschraubt

Aus einem BA-Artikel vom 30. November 2020 geht hervor, dass der KMB darauf hinweist, dass das Oberflächenwasser nicht in die Kanalisation eingeleitet werden kann. Den Grund hierfür hat die Autorin des Leserbriefes vom 31. Mai dieses Jahres mit ihrem Hinweis auf verschraubte Kanaldeckel bereits selbst mitgeliefert.

Zur Menge des Oberflächenwassers des „Seeberges“ möchte ich nicht spekulieren, allerdings steht fest, dass es ebenfalls in die Lauter eingeleitet werden wird. Aufhorchen lässt der Hinweis in der Berechnung zum „Schmelzig“, in der davon „ausgegangen werden kann“, dass „das Hochwasserrückhaltebecken Reichenbach die Hochwasserspitzen durch kurzfristigen Einstau abfangen kann“.

Das Becken hat ein Fassungsvermögen von etwa einhunderttausend Kubikmetern und soll jetzt aus Sicherheitsgründen einen zweiten Ablauf erhalten. Dies dürften deutliche Vorboten auf zukünftige Szenarien bei entsprechenden Starkregenereignissen in Verbindung mit den Baugebieten sein.

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Drei Baugebiete

Wobei auf Grund der Lage des Beckens vor den drei Baugebieten deren Oberflächenwasser nicht reguliert werden kann und der Damm für eine Dauerbelastung nicht ausgelegt ist. Was ganz nebenbei die Frage aufwirft, inwiefern sich die Investoren am Hochwasserschutz beteiligen oder auch hier nur zuschauen, wie die Kosten auf die Allgemeinheit verteilt werden.

Denn ohne Lauter und Rückhaltebecken wäre keines der drei Baugebiete realisierbar. Neben den bereits bekannten Problemen des „Seebergs“ sollten sich die betroffenen Anwohner unbedingt mit dem künftigen Oberflächenwasser aus Lautertal und Schönberg und dem damit verbundenen Hochwasserschutz, auch im benachbarten Bensheim, auseinandersetzen und den Zweckverband Kommunalwirtschaft Mittlere Bergstraße (KMB) sowie den Gewässerverband Bergstraße auffordern, die entsprechenden Daten offenzulegen.

Obwohl man gemäß HUIG (Hessisches Umweltinformationsgesetz) sogar dazu verpflichtet ist, wird man dort nicht begeistert sein.

Wolfgang Vetter

Lautertal

Info: Leserbrief-Richtlinien online: www.bergstraesser-anzeiger.de/leserbriefe

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