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Waldnutzung Mountainbiker und Wanderer belasten Natur gleichermaßen

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„Es gibt einige Mountainbiker, die Regeln missachten“, BA-Leserforum vom Mittwoch, 18. August

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Mit regem Interesse habe ich den Leserbrief gelesen und sehe mich verpflichtet, diverse Behauptungen zu kommentieren und richtigzustellen.

Zum RTC Bergstraße: Der Verein besteht nicht nur zu einem Teil aus der Mountainbike-Sparte, sondern fast komplett (700 Mountainbiker, 730 insgesamt).

Zur Behauptung der Waldschädigung durch Mountainbiker:

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Der größte und auch schwerwiegendste Eingriff von wegegebundenen Sportarten wie Mountainbiken oder Wandern ist zunächst die Anlage des Weges. Allein in der Kernzone des Pfads sorgt hier Mountainbiken für einen Rückgang von Flora und Fauna von 80 Prozent und Wandern bis zu 81 Prozent (Flora) und 71 Prozent (Fauna) (vgl. Thurston & Reader, 2001).

Papouchis (2001) hat die Reaktionen von Wildtieren auf Freizeitsportler in Utah untersucht und herausgefunden, dass Wildtiere beispielsweise Mountainbiker schon ab einer Entfernung von 380 Metern wahrnehmen, während es bei Wanderern nur 190 Meter sind. Dadurch, dass Wanderer erst so spät wahrgenommen werden und sie sich langsamer bewegen, fliehen Wildtiere deutlich länger. Sie reagieren deshalb auf Wanderer insgesamt zwölf Minuten und gerade einmal zwei auf Mountainbiker. Nur in sechs Prozent der Fälle flüchten Tiere vor Mountainbikern, dagegen in 60 Prozent vor Wanderern.

Somit sind die Behauptungen des Leserbriefschreibers, dass der Wald erheblich durch Mountainbiker geschädigt und das Wild gestört wird, absolut haltlos. Der Effekt auf Wald und Natur ist in etwa mit dem eines Wanderers/Wanderweges gleichzusetzen, wie die verschiedenen wissenschaftlichen Studien belegen.

Der Autor des Leserbriefs sagt, dass das tägliche Freiräumen von blockierten Trails stattfindet. Ich selbst habe diese Blockaden, welche teils an uneinsichtigen Stellen vorzufinden waren und schnell zum Sturz führen können, schon selbst wahrgenommen. Diese sahen keineswegs nach offiziellen Blockaden aus (Äste, Stämme etc.). Hier stelle ich mir nun die Frage, durch wen wurde dieser Weg blockiert? Bei dem Weg, von dem ich spreche, handelt es sich um einen Wanderweg, der auch von Mountainbikern gerne gefahren wird, somit also keinen illegalen „Trail“.

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Eine Komplettsperrung des Waldes für Mountainbiker ergibt aus oben genannten Erkenntnissen keinen Sinn, sonst müssten alle Waldbesucher (Wanderer, Jogger, Pferde, Hunde etc.) aus dem Wald herausbleiben.

Mein persönlicher Appell an den Autor ist, dass er doch gerne etwas offener und unverbissener gegenüber uns Mountainbikern sein möge. Ja, auf den ersten Blick wirken das Mountainbiken und Trails „aggressiver“ als ein Wanderer auf dem Wanderweg. Aber die Auswirkungen auf Wald und Natur sind letztendlich auf einem Niveau mit denen besagten Wanderers/Wanderweges.

Somit lasst uns doch alle offen miteinander Reden und auf belegten Fakten die Diskussion führen und vor allem nicht zur Selbstjustiz greifen, heimtückische Blockaden aufstellen und uns gegenseitig gefährden.

Auf eine gute, gemeinsame und rücksichtsvolle Zeit im Wald.

Max Heldmann

Bickenbach

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