Wahlkampf Kommt doch noch die Seilbahn zum Kirchberg?

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Trotz klirrender Kälte und Schneegestöber kommt nun der Wahlkampf richtig ins Rollen. Während schon einige Parteien seit dem Bürgermeisterwahlkampf sich gegenseitig das Messer an den Hals setzen und von ihren Ruhmestaten vor allem aus der letzten Wahlperiode nichts mehr wissen wollen, werden jetzt die Schlachtrufe immer lauter.

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Da wundert man sich, dass die Grünen nach Möglichkeiten suchen, die Häuser 2 und 3 am Marktplatz zu retten oder den Eigentümer auf Instandhaltung zu drängen bei Androhung von Zwangsenteignung. Die anderen lassen sich mit der Bürgerinitiative „Bensheimer Marktplatz besser beleben“ ablichten, die – so eine der führenden Mitstreiter der BI, Gundula Bunge-Glenz – wollen, dass eventuell gar kein Haus mehr am alten Platz gebaut wird.

Gerade bei der BfB wundert es doch, da diese immer für ein zweigeschossiges Gebäude plädierte. Da geht die Spanne sehr auseinander und man trifft sich dann wohl in der Mitte von SPD, CDU und FDP, die sich doch wohl mehrheitlich für ein eingeschossiges Gebäude mit Dachterrasse und Ausblick auf den Marktplatz erwärmen lassen.

Man darf gespannt sein, wie und welche Vorschläge hier eingebracht werden. Auch Architekten und Landschaftsgestalter wollen ja was verdienen und ob da eine Null-Bebauung als Vorschlag kommt, ist abzuwarten. Und wurde nicht vom Denkmalschutzamt gesagt, dass an gleicher Stelle ein adäquates Gebäude wieder errichtet werden muss, ansonsten werde die Zustimmung nicht erteilt?

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Und wie kommt die Stadt aus den möglichen Regressforderungen eines Café Extrablatt heraus, wenn eine Freitreppe die Lösung wäre? Auch einem vorgelagerten Ideenwettbewerb muss gewisse Richtlinien vorgegeben werden. Ein Architekt plant ja auch nur etwas, wo er der Überzeugung ist, dass es der Mehrheit gefällt und seine Idee zur Planung und Realisierung kommt.

Und im letzten Stadtparlament enthält sich die BfB beim Thema Tempo 30 im gesamten Stadtgebiet bei einem Antrag der SPD mit Zustimmung der Grünen. Stellt sich aber hinter die BI „Tempo 30 Friedhofstraße“ – kollektives Fraktionsversagen? Hier zeigt man dann seine umweltpolitische und soziale Ader, nur weil der Vorschlag nicht von ihnen kommt.

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Dafür versucht man durch Änderungsanträge, jedes Thema zu adaptieren und es für sich zu verkaufen. Es fehlt an Kreativität. Wir werden sehen, was die Parteien noch so aus dem Wahlkampfärmel schütteln. Vielleicht die Seilbahn zum Kirchberghäuschen? Dann ziehen wir mit Koblenz, Rüdesheim und Boppard gleich. Das Glockenspiel haben wir ja schon.

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Tom Sauer

Bensheim