Umwelt Klimaproblematik und das Wachstum der Bevölkerung

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Die Weltklimakonferenz findet auf einem Kontinent statt, wo sich eine der folgenreichsten Bedrohungen für das Weltklima entwickelt.

Nirgendwo in der Welt ist das Problem des Bevölkerungswachstums, es wird auch von einer Bevölkerungsexplosion gesprochen, so eklatant wie in Afrika.

Zur Zeit gibt es 1,3 Milliarden Afrikaner. Am Ende des Jahrhunderts ist laut Uno davon auszugehen, dass in Afrika 4,4 Milliarden Menschen leben werden.

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Ägypten, das mit 90 Millionen Einwohnern bevölkerungsreichste Land der arabischen Welt, wächst jedes Jahr um 2,5 Millionen Menschen. Die Vereinten Nationen schätzen, dass die Bevölkerung Ägyptens bis zum Jahre 2050 auf 160 Millionen anwachsen wird.

Nigeria wird bis 2050 eine Verdoppelung auf 400 Millionen Einwohner erleben. Sambia erfuhr seit 1950 eine siebenfache Zunahme der Bevölkerung.

Äthiopien, einst gut bewaldet, hat jetzt nur noch Reste an Waldbestand. Die Bevölkerung vermehrte sich von 30 Millionen nach dem Zweiten Weltkrieg auf mehr als 100 Millionen.

Zerstörung der Umwelt

Vergleichbares geschah auf Madagaskar, das um 1900 noch zu 90 Prozent bewaldet war und jetzt nur noch zehn Prozent des Waldbestandes besitzt. Die Bevölkerung vermehrte sich in dieser Zeit von geschätzt 4 Millionen auf 28 Millionen Menschen.

Hier wird deutlich: Die Überbevölkerung geht einher mit einer erschreckenden Zerstörung der Umwelt. Wälder werden abgeholzt, um dringend erforderliche Acker-und Weideflächen zu gewinnen. Und wenn es um das schiere Überleben geht, denkt kaum jemand in der Welt an die längerfristigen Folgen seines Tuns.

Mehr Müll, weniger Ressourcen

Neben der Rodung der Waldgebiete, neben der Überweidung und der Naturzerstörung wird es zu einem Anstieg klimaschädlicher Treibhausgase kommen, zu noch schnellerer Erderwärmung, zu noch größeren Müllbergen und zu einer Verknappung der Ressourcen.

Es ist erstaunlich, dass die Problematik der Bevölkerungsexplosion im globalen Süden noch nicht auf der Themenliste der Klimaschützer erschienen ist, obwohl die Zahlen doch aufrüttelnd sind:

Jede Woche vermehrt sich die Weltbevölkerung um eine Millionenstadt wie München, jedes Jahr um 80 Millionen Menschen; das entspricht der Einwohnerzahl Deutschlands.

Mehrere Länder aus dem globalen Süden fordern nun finanzielle Hilfen von den Industriestaaten. Nach den vielen Millionen der Entwicklungshilfen, die in den Süden geflossen sind, darf man skeptisch sein, ob es gelingt, weitere Millionen- und Milliardenzahlungen im globalen Süden für nachhaltige Zwecke zu verwenden. Wenn es den afrikanischen Staaten nicht gelingt, die Bevölkerungsvermehrung zu reduzieren, können auch die Industriestaaten die Folgen der Bevölkerungsexplosion in Afrika nicht auffangen.

Die gesamte Klimaproblematik ist nicht zu trennen von der rasanten Bevölkerungszunahme auf dem Planeten, die in diesem Zusammenhang in Betracht gezogen werden sollte.

Dieter Stephan

Bensheim

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