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Ukraine Keine einseitige Aggression Russlands

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Die jüngste Konzentration russischer Truppen an der Grenze zur Ukraine wird im Westen als einseitige Aggression und Bedrohung verstanden, der man wirkungsvoll begegnen müsse. Von Aufrüstung und Sanktionen ist die Rede, während Russland seine Sicherheit durch die Nato gefährdet sieht. Ist Letzteres nicht nachvollziehbar?

Erinnern wir uns an die Kuba-Krise im Jahre 1962. Die Sowjetunion war im Begriff, Raketen auf Kuba zu stationieren, wovon sich die USA so bedroht sahen, dass sie mit einem atomaren Gegenschlag drohten. Daraufhin zog die Sowjetunion ihre Systeme von Kuba ab und die Welt konnte aufatmen.

Im Jahr 1989 versprach der damalige amerikanische Präsident Bush senior dem russischen Staatschef Gorbatschow für dessen Zustimmung zur deutschen Wiedervereinigung, dass die Nato sich nicht über die Grenze der ehemaligen DDR hinaus nach Osten ausdehnen werde. Inzwischen hat die Nato jedoch Polen und die baltischen Staaten integriert, führt Militärmanöver nahe der russischen Grenzen durch und amerikanische Kriegsschiffe kreuzen im Schwarzen Meer.

Die jährlichen Militärausgaben der USA als Führungsmacht der Nato belaufen sich auf über 750 Milliarden Dollar, mehr als das Zehnfache des russischen Militärhaushalts von 67 Milliarden. Das Budget der Nato-Staaten insgesamt liegt weit über einer Billion. Ist es vor diesem Hintergrund realistisch, von einseitiger russischer Aggression zu sprechen?

Zu große Abhängigkeit?

Nachdem die US-Regierung bereits seit Monaten dahingehend Druck ausübt, wird jetzt auch von deutscher Seite erwogen, die inzwischen völlig fertiggestellte Gasleitung Nordstream 2 nicht in Betrieb zu nehmen. Laut US-Regierung würden Gaslieferungen über Nordstream 2 eine zu große Abhängigkeit Deutschlands von Russland bedeuten. Fakt ist allerdings, dass sowohl die frühere Sowjetunion als auch Russland in Sachen Energielieferungen immer vertragstreu und zuverlässig waren. Auch zu Zeiten des Kalten Krieges gab es keine politischen Instrumentalisierungen.

Jetzt haben US-Konzerne bereits zehn große Tanker auf die 6000 Kilometer lange Reise über den Atlantik geschickt, um endlich ihr Fracking-Gas, das äußerst umweltschädlich gewonnen wird, indem giftige Chemikalien in den Boden gepumpt werden, zu den in Deutschland inzwischen stark gestiegenen Preisen zu verkaufen. Ein Milliardengeschäft! Die CO2-Bilanz und der sogenannte „Green Deal“ der EU spielen dabei natürlich keine Rolle.

Dr. Peter Zehfuß

Einhausen

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