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Flutkatastrophe Jetzt umsteuern und den Verbrauch von Landschaft stoppen

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Die fast dreiseitige Berichterstattung des BA vom Freitag, 16. Juli, über die Flutkatastrophe in der Eifel und in Nordrhein-Westfalen war durchaus beeindruckend. Sie hat betroffen gemacht. So viele Tote und Zerstörungen diesen Ausmaßes in Deutschland, das sind wir (noch) nicht gewohnt. Aus dem Urlaub zurückeilende, beileidsbekundende Politiker. Das sind Bilder, die verstören, die sich einprägen. Wie damals Fukushima. Das hat die Menschen bestürzt und viele von uns und selbst konservative Politiker zum Umdenken gebracht, was den Einsatz der Atomkraft in Deutschland angeht. Und jetzt die große Flut. Was bedeutet das für uns in Bensheim? Was sind die Konsequenzen?

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Ich denke da an die vielen alten und neuen Bauvorhaben: Sannergelände/Auerbach, Meerbachsportplatz, Dammstraße, neue Sporthalle/Berliner Ring – Kappesgärten, Neubaugebiet Fehlheim, Großprojekt Kita im alten Neckarbett/Fehlheim, Seegenberg/Schönberg, ehemaliges Fabrikgelände Thermoplast/Schönberg, Ausdehnung der Gewerbegebiete zulasten des Grüngürtels Richtung Lorsch und Einhausen. Eine Fülle von Bauvorhaben steht am Start, als gäbe es kein Morgen mehr. Neuer Wohnraum und Gewerbesteuern sind Totschlagargumente, die wieder und wieder herhalten müssen, um die Zersiedlung und das Zubetonieren unserer Landschaft zu rechtfertigen. Zurecht?

Die Politik, die vor dem Siedlungsdruck einknickt, hat für uns alle fatale Folgen. Zerstörung der Erholungsräume, der Frischluftschneisen, der Biodiversität – die meisten Argumente sind uns allen wohl bekannt und oft durch die Medien gegangen.

Wir sehen täglich die Staus zu den Stoßzeiten am Ritterplatz/B 47 am Ausgang des Lautertals, trotzdem will man viele Wohneinheiten am Seegenberg und auch noch auf dem Gelände der ehemaligen Thermoplastfabrik an der Lauter genehmigen. Wir wissen, dass der Seegenberg/Schönberg ökologisch wertvolles Gelände ist und die extreme Steilhanglage für eine Bebauung im bislang vorgesehenen Ausmaß ungeeignet ist.

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Wir wissen, dass die Errichtung einer siebenzügigen Kindertagesstätte im alten Neckarbett in Fehlheim bautechnisch unsinnig, ökologisch, verkehrstechnisch und pädagogisch nicht vertretbar ist. Die Politiker der neuen Koalition wollen dennoch und trotz der Einsprüche der Ortsbeiräte daran festhalten.

Zur Vernunft kommen

Die Extremwetterlage in der Eifel und in Nordrhein-Westfalen haben uns mit brutaler Deutlichkeit gezeigt, wie Hänge ins Rutschen geraten, Häuser weggerissen werden, Bäche zu reißenden Flüssen werden und besonders dort Zerstörungen anrichten, wo wider der Natur gebaut wurde. Muss es in Bensheim erst zu Unglücken kommen, damit unsere politischen Handlungsträger zur Vernunft kommen und ihrer Verantwortung gerecht werden, indem sie vorausschauende Politik für ihre Bürger machen? Brauchen wir wirklich erst ein „Fukushima“, das uns wachrüttelt?

Wie lange werden die Bilder der Flutkatastrophe in unseren Köpfen sein, bevor wir wieder vergessen, wieder zur Tagesordnung übergehen und weiterhin unsere Landschaft versiegeln, Hänge, Bachufer und Überflutungsflächen bebauen. Oder haben wir jetzt doch verstanden, was uns wissenschaftliche Experten schon lange raten: nämlich die Stadtplanung auf den Klimawandel einzustellen. Mit Fassadenbegrünung wird es nicht getan sein. Unsere Stadtplaner müssen da schon mutiger denken.

Deshalb mein Appell an die politischen Entscheider in Bensheim: Der Wandel fängt vor unserer Haustür an. Machen Sie eine Politik für uns Bürger Bensheims. Erhalten Sie unseren Lebensraum und stoppen Sie den Landschaftsverbrauch. Jetzt ist die Zeit.

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Lydia Kloos

Auerbach

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