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Straßenausbau Erhalt der Busbuchten würde viel Geld sparen

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Ausbau der B 47 in Gadernheim:

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Warum hält man daran fest, dass sämtliche Haltestellen auf die B 47 verlegt werden müssen, nur weil ein Gesetz dies vorgibt? Das Geld hätte man besser den Flutopfern zur Verfügung gestellt, damit hätte man den Menschen helfen können, die auf die Erfüllung der Versprechungen der Politiker warten.

Die meisten Anlieger an der B 47 in Gadernheim sind der Meinung‚ dass alle Bushaltebuchten erhalten bleiben sollten‚ um Rückstaus zu vermeiden und giftige Kohlendioxid-Ausstöße zu senken. Letzteres ist ein Ziel, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel im Pariser Klimaabkommen unterschrieben hat.

Die Bushaltestellen könnte man trotz allem behindertengerecht und barrierefrei ausbauen. 55 Meter Länge für jede Haltebucht würden ausreichen, sie müssten nicht – wie von Hessen Mobil verlangt – auf 88 Meter verlängert werde. Dadurch kämen nur unnötige Kosten auf die Gemeinde zu. Die vorgesehenen Überquerungshilfen sind in meinen Augen eher ein Hindernis als eine Hilfe. Man könnte sie durch Zebrastreifen billiger, einfacher und sicherer ersetzen – gerade was die Schulkinder anbelangt. Zusätzlich hätte man einen Radweg anlegen können.

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Allein durch den Erhalt der übrigen Busbuchten in der Gemeinde könnte rund eine halbe Million Euro an Steuern eingespart werden. In Lorsch hat man im vergangenen Herbst 700 000 Euro genehmigt, um sieben Bushaltestellen barrierefrei umzurüsten. 100 000 Euro auszugeben, um eine Bushaltestelle umzubauen, ist eine Schande. Durch den Erhalt der Buchten hätten 500 000 Euro eingespart werden können.

Als ich vor etwa drei Monaten einen Brief an Händen von Ministerpräsident Volker Bouffier und seinem Stellvertreter Tarek Al-Wazir, geschrieben hatte‚ mit der Bitte sich endlich um die Belange der Bürger zu kümmern, wurde der Brief an einen Staatssekretär weitergeleitet. Weil keiner von den Herren eine Ahnung hatte, um was es geht‚ hat sich der Staatssekretär an Hessen Mobil gewandt, um Auskunft zu erhalten, wie hier Steuergeld sinnlos ausgegeben wird.

In dem Brief, den der Staatssekretär mir zugesandt hat‚ wurde das bestätigt, was Hessen Mobil schon immer vertreten hat: Ihr könnt reden, was ihr wollt, entscheiden tun wir. Das ist auch eine Form von Demokratie. Das vor zwei Jahren beschlossene Gesetz, dass bis 2022 alle Bushaltebuchten auf die Straße verlagert werden sollen, damit barrierefrei in Busse eingestiegen werden kann, schwachsinnig. 50 Jahre lang hat keiner gefragt, ob man die Füße 17 Zentimeter weit anheben muss, um in einen Bus einzusteigen. Als ich vor zwei Jahren zur Bundesgartenschau nach Heilbronn fuhr, waren auf dem Parkplatz dort circa 50 Reisebusse mit überwiegend älteren Personen. Da gab es keine Möglichkeit, behindertengerecht ein- oder auszusteigen. Da beschwerte sich keiner von den Fahrgästen.

Wo ist in Bensheim am Busbahnhof eine Möglichkeit, behindertengerecht ein und auszusteigen? Sie gibt es auch nicht auf Raststätten, die täglich von Tausenden von Reisebussen angefahren werden. Die wenigsten Fahrgäste benutzen die Toiletten im Bus, da dort alle Stufen viel zu hoch sind. Hier fragt keiner nach, ebenso wenig an den Bahnhöfen.

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Will man nur noch Wohnhäuser ohne Treppen genehmigen? Was ist mit Besuchen von Kirchen, der Bank‚ Gasthäusern, Apotheken und Arztpraxen? Bevor man so ein Gesetz befürwortet, sollten die Zuständigen die Folgen abschätzen. Wenn man den Unterschied zwischen Theorie und Praxis nicht kennt, sollte man den Beruf wechseln.

Werner Degenhardt

Gadernheim

Info: Leserbrief-Richtlinien unter bergstraesser-anzeiger.de/ leserbriefe

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