Verkehrssicherheit Eine Ampel an der Linde wäre die beste Lösung

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Sanierung der B 47 in Gadernheim beginnt im Mai, BA vom 26. Januar:

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Als neue Einwohner im Lautertaler Baugebiet Im Schneidersfeld sind wir von den bevorstehenden Sanierungsarbeiten der B 47 im Ortsteil Gadernheim enttäuscht. Bisher gab es insbesondere für Kinder und ältere Menschen – trotz der beachtlichen Länge der Hauptstraße – nur eine Möglichkeit für eine sichere Querung: in der Ortsmitte am Jarnacplatz. Es ist unverständlich, dass diese Situation im Zuge der umfangreichen Sanierungsarbeiten nun nicht konsequent behoben wird.

Wie sollen unsere Kinder aus dem Neubaugebiet Im Schneidersfeld sicher zu Fuß zur Schule gelangen ohne den unzumutbaren Umweg über die Verkehrsampel am Jarnacplatz? Wie können Kinder ihre Freunde jenseits der Nibelungenstraße besuchen oder den geplanten neuen Spielplatz im Neubaugebiet?

Die vermutlich sicherste Lösung wäre eine zweite Querungsmöglichkeit in Form einer Ampelanlage in der Nähe des Kreuzungsbereichs an der Linde. Wie uns mitgeteilt wurde, hatte die zuständige Landesbehörde Hessen Mobil tatsächlich diese Möglichkeit Ende 2018 in Betracht gezogen.

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Voraussetzung für die Finanzierung einer Ampelanlage ist eine Kfz-Belastung von über 750 Fahrzeugen pro Stunde, was mit 733 Fahrzeugen am Tag der Messung knapp verfehlt wurde. Zudem begründet man den Verzicht auf die Ampel damit, dass die gemessene Zahl an die Straße querenden Fußgängern nicht den nötigen Wert von 30 bis 50 pro Stunde erreichte. Unbeantwortet bleibt dabei aber, ob nicht gerade die Gefährlichkeit der Querung im Kreuzungsbereich Linde ein Grund für die niedrige Messzahl war.

Alternativ könnte die Gemeinde Lautertal die Finanzierung einer solchen Ampel übernehmen, was aber aufgrund der schlechten Finanzlage als nicht umsetzbar gilt. Verwundert ist man allerdings darüber, dass die gleiche Gemeinde 2020 in Wurzelbach eine Ampelanlage installieren konnte, die wahrscheinlich um ein Vielfaches seltener von Fußgängern frequentiert wird.

Querung ist keine sichere Lösung

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Statt der Ampel sind vier Querungshilfen in Form von Verkehrsinseln angedacht. Dies mag eventuell eine Hilfe für Erwachsene sein. Für Kinder ist der Aufenthalt in der Fahrbahnmitte hingegen keine sichere Lösung – eher das Gegenteil ist der Fall.

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Eine finanzierbare Kompromisslösung könnte die Schaffung eines Zebrastreifens sein. Allerdings wurde auch diese Lösung abgelehnt, wobei man sich auf Verkehrsstudien beruft, die die sichere Überquerung von Straßen an Zebrastreifen infrage stellen. Unserer Meinung nach sind Zebrastreifen definitiv die bessere Alternative zu den geplanten Querungshilfen. Denn damit würde die sichere Querung auch in der Verantwortung der Autofahrer liegen, die an entsprechender Stelle den Kindern das Passieren der Straße ermöglichen müssten.

Wer durch Neubaugebiete Raum für Familien schafft, sollte auch für die entsprechende Infrastruktur sorgen. Dazu gehört ein sicherer Schulweg inklusive Querungsmöglichkeiten an Hauptverkehrsstraßen. Wir möchten ungern zu den Eltern gehören, die ihre Kinder aufgrund eines nicht verkehrssicheren Schulwegs täglich mit dem Auto zur Schule fahren. Die Sanierungsarbeiten bieten die Möglichkeit, die aktuelle Situation zu verbessern. Wieso wird diese Chance nicht genutzt?

Angela Anderl

Gadernheim