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Opernabend in Lindenfels Diplomatisches Geschwurbel um eine Umbesetzung

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„Opern von Verdi und Puccini im Hof der Lindenfelser Burg“, BA vom 15. August:

Es wäre doch einmal interessant zu erfahren, was sich hinter dem „Opernvorhang“ des diplomatischen Geschwurbels – „Die schwierige Weltlage hat jedoch eine Umbesetzung notwendig gemacht.“ – denn genau verbirgt. Beide Sängerinnen sind mit Auszeichnungen hoch dekoriert, beide – so scheint es – haben ihr Engagement überwiegend auf deutschen Bühnen.

Sogenannte Umbesetzungen, Absagen und Kündigungen gab es in der jüngsten Vergangenheit einige, falls man sich aus Sicht der strengen Sittenwächter der Neuzeit eine auffällige Nähe zu Persona non grata leistete oder durch politisch nicht korrekte Äußerungen auffiel. Das zieht sich leider wie ein roter Faden durch das gesellschaftliche Leben, auch – oder besser: gerade – die Kultur ist davon nicht verschont geblieben.

Nur sollte man dabei aufpassen, dass der Moral-Express, auf dem man hoch zu Ross zu sitzen glaubt, nicht krachend auf den Prellbock des (politischen) Abstellgleises prallt. Aber solange es sich der Arbeits- und Innenminister leisten können, in Kiew auf dem Balkon beim Sekt mit einem der Klitschko-Brüder feixend auf die Stadt zu blicken und sich auf einem Schrottplatz mit Personen ablichten lassen, auf deren T-Shirt gut lesbar „Black Rifles Matter“ („Schwarze Gewehre zählen“), das überwiegend von ultra-rechten Anhängern als Verhöhnung der Bewegung „Black Lives Matter“ getragen wird, steht, scheint „Im besten Deutschland, das es jemals gegeben hat“ (Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier) alles in Ordnung zu sein.

Gerd Rudolf

Lindenfels

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