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Corona Die Warnung vor dem Monsterherbst wirft Fragen auf

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Ich tue mich immer schwerer, das Lauterbach’sche Denkuniversum zu verstehen. Dass Lauterbach mit Fug und Recht als Kassandra oder Unke der Nation bezeichnet werden kann, der sich mit aller Macht an den Begriff „Team Vorsicht“ klammert, ist unübersehbar.

Dass er uns aber nun den Eindruck vermittelt, dass ein grässlicher Monsterherbst heranrollt, dass er immer wieder die alten Maßnahmen beschwört – das wirft doch die Frage auf: Es sind zig Millionen Menschen 1-2-3-4(-5) mal geimpft, es haben weitere zig Millionen eine Infektion überstanden, sind also auch – und gewiss nicht schlechter als bei der Impfung – grundimmunisiert – und das alles soll nicht ermöglichen, mal die Leinen loszulassen?

Meint Lauterbach wirklich, dass wir uns in einer Corona-Endlosschleife befinden, mit jahrelanger Maskenpflicht, Testpflicht, Diskriminierung gegen Ungeimpfte? Fürchtet er sich etwa vor einem Ende der Pandemie? Was macht er denn dann? Krankenhäuser weiter schließen? Krankenkassenbeiträge erhöhen? Sich um wenig publikumswirksamen Kleinkram kümmern?

Warum blickt er nie über Deutschlands Grenzen hinaus? Rundherum beobachte ich einen viel entspannteren Umgang mit dem C-Virus. Wie albern ist es, wenn man in Österreich, in der Schweiz oder sonst wo ohne Maske im Zug sitzt und an der Grenze, mit den gleichen Menschen im Abteil, plötzlich die verhasste Maske wieder aufsetzen muss? Den anderen europäischen Ländern ist es in der C-Krise nicht schlechter, sondern eher besser ergangen als uns.

Hört man noch was von Schweden? Von der Schweiz? Von Polen? Menschen dieser Länder haben Mitleid mit und Deutschen, weil wir so kurz gehalten werden und dass hier „Eigenverantwortung“ ein Fremdwort geworden ist.

Irgendwann wird auch Herr Lauterbach Corona in eine der vieltausend Krankheiten einordnen müssen, die es auf diesem Planeten gibt. 95 Prozent aller Toten sind keine Coronatoten, sondern Opfer anderer, aber inzwischen irgendwie uninteressanter Krankheiten geworden, zum Beispiel Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Diabetes, Alkoholismus ...

Wenn schon jeden Tag die Coronatoten gemeldet werden, dann gebe man doch bitte gleich die Zahl der anderweitig Gestorbenen dazu. Das sind pro Tag im Schnitt zwischen 2000 und 3000 Menschen, und pro Jahr eine knappe Million. Das rückt C in eine realistischere Perspektive.

Lauterbach ist x-mal geimpft und hat sich auch infiziert, und so geht es den meisten auch. Eine Impfung, die weder vor Ansteckung schützt noch die Weitergabe des Virus verhindert – was ist das für eine Impfung? Und bei der mantra-artigen Behauptung, eine Impfung verhindere schwere Verläufe, stellt es mir die Nackenhaare auf. Das ist doch nie nachweisbar, weil der Vergleich nie gezogen werden kann. Ich bin 72, nicht geimpft, aber genesen und der Verlauf war fast unmerkbar. Woher soll ich wissen, wie der Verlauf mit Impfung gewesen wäre? Das ist doch Kaffeesatzleserei. Und ich bin da kein Einzelfall.

Es hängt auch nicht immer vom Alter ab, sondern eher vom Gesundheits- und Allgemeinzustand der Person. Wenn leider, leider die meisten über 70 an irgendwelchen Vorerkrankungen leiden, so ist das sehr bestürzend und begünstigt natürlich schwerere Verläufe. Aber ein gesunder 80er drückt eine C-Infektion wahrscheinlich besser weg als ein adipöser 50er oder an Diabetes erkrankter 60er.

Da sei erwähnt, dass es sehr hilfreich sein kann, sein Immunsystem aktiv zu stärken und einen einigermaßen gesunden Lebenswandel zu führen. Wenn ich Jahre auch der Couch hocke und jeden Sport sorgfältig vermeide, mich von Currywurst, Pommes und Cola ernähre, dann gehöre ich eher zur „vulnerablen Gruppe“ als die Millionen fitten Rentner.

Gundula Martz

Bensheim

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