Brandschutz Die Strukturen müssen sich nach dem Bedarf richten

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Feuerwehrhaus in Lautern:

Die Berichterstattung zum Zustand des Feuerwehr-Standortes in Lautern zeigt sehr deutlich die Defizite in der Diskussion. Ein Bürgermeisterwahlkampf wird anscheinend immer noch althergebracht über den Zuspruch der Feuerwehren und deren angeschlossenen Vereine geführt. Anstatt zu fragen: Sind der Standort, die vorhandene Struktur und die Personalsituation am Bedarf ausgerichtet?

Dazu hätte die Mehrheit von CDU und LBL den Lautertaler Bedarfs- und Entwicklungsplan für die Feuerwehren von 2014 mindestens einmal überarbeiten müssen. Spätestens die aktuelle Situation mit dem Krieg in der Ukraine sollte dazu führen, im Katastrophenfall (zum Beispiel bei Stromausfällen) die Feuerwehren in die Lage zu versetzen, innerhalb ihrer Zuständigkeit hilfsbedürftige Menschen an zentralen Standorten einer Kommune zu verbringen, und mit vorhandenen Stromaggregaten Licht und Wärme zu erzeugen. Dazu braucht es einen Plan und Vorbereitung auf allen Ebenen.

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Anhand der Stellungnahmen zeigt sich, dass es mehr um Erhalt und ein „Weiter so“ geht, als darum, neue Chancen zu erkennen und die notwendigen weitere Schritte einzuleiten.

Bei den Kindergärten im Lautertal plant man die Zentralisierung von Standorten, damit vorhandene Sanierungsobjekte wegfallen können. Gadernheim plant einen neuen Feuerwehrstandort, idealerweise mit Kolmbach zusammen. Warum integriert man in diese Standortplanung nicht die Feuerwehr aus Lautern, wenn das Gebäude dort so marode ist?

Die Feuerwehren in Lautertal haben vor einigen Monaten im BA ihre Alarmierungszeiten mit unter fünf Minuten angegeben. Die geforderten zehn Minuten sind somit auch aus Gadernheim gut machbar. Die personellen Engpässe der Feuerwehren bei zum Beispiel Tagesalarmierungen wären mit einer größeren Personenbasis der Wehr unkritischer zu erfüllen.

Als ländliche Flächenkommune mit überschaubaren Finanzen müssen wir an den Stellen optimieren, die sich uns bieten. Sonst reden wir sehr schnell wieder über die Erhöhung der Grundsteuer B. Das sollte man im Hinterkopf behalten, wenn man gleich wieder über zwei mögliche Neubauten für Feuerwehren spricht, ohne den eigentlichen Bedarf zu kennen.

Udo Rutkowski

Gadernheim