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 Weiherhausstadion Die Schließung gleicht einem Offenbarungseid

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So, so, die Verantwortlichen im Rathaus ziehen die Reißleine und sperren das ganze Weiherhausgelände für die Öffentlichkeit (ausgenommen die Kindergärten, Schulsport und die Flames) wegen der Vandalismusschäden aus den letzten sechs Monaten.

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Nach den ganzen Corona-bedingten Sportverboten aus den vergangenen Monaten wird nun auch noch der Individualsport auf der wichtigsten Sportanlage der Stadt verboten. Ein Platzverweis, um beim Sport zu bleiben, sozusagen für all diejenigen, die sich sinnvollerweise auf der Anlage fit halten, oder „schneller Sechzehner“ spielen möchten. Ein Weiherhaus-Lockdown sozusagen.

Das allerdings gleicht einem Offenbarungseid der Stadt Bensheim. Man darf getrost davon ausgehen, dass von den dort Ausgesperrten niemand ein Urinal zertrümmert oder die legendäre Sprecherkabine mit Steinen beworfen hat. Auch die Vereinsmitglieder werden wohl kaum ein Grillfeuer auf dem eigenen Kunstrasen angezündet haben, zahlen aber seit Monaten aus Loyalität zum eigenen Verein ihre Mitgliedsbeiträge, ohne dass der Trainings - und Spielbetrieb stattfindet.

Was geschieht als Nächstes? Schließung der Fußgängerzone wegen wiederholter Taschendiebstähle oder Räumung des Bahnhofs, weil dort ein Fahrrad geknackt wurde? Man darf doch wohl erwarten, dass hier den Würdenträgern der Stadt Bensheim noch etwas Sinnvolleres einfällt, um gegen diese Fehlgesteuerten vorzugehen, die unser aller Eigentum zerstören.

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Zäune und Mauern halten niemanden auf, der auf die andere Seite will. Das zeigt die Geschichte. Mit einer Schließung bestraft man die Falschen und wenn man sich – wie berichtet – durch mehr Belebung durch den Mannschaftssport im März eine soziale Kontrolle verspricht, so ist der Ausschluss aller Individualsportler bis dahin erst recht kontraproduktiv, zumal das Mannschaftstraining der Fußballer ja ohnehin nicht vor 16 Uhr stattfindet.

Es wäre schön und sicher im Interesse aller Sportler, die das bisher frei zugängliche Areal nutzen, dieses Verbot nochmals zu überdenken und sich gezielter auf die Verursacher zu fokussieren.

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Jürgen Stockmann

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Bensheim