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Corona-Pandemie Die Ausgrenzung ist brandgefährlich und unmenschlich

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Bislang habe ich, zuweilen murrend und knurrend, die meisten Corona-Maßnahmen mitgetragen – außer diejenigen, die so offensichtlich daneben lagen, dass ich das mit meinem Hirn und Gewissen nicht mehr vereinbaren konnte – zum Beispiel von meinen vier erwachsenen Kindern nur zwei an Weihnachten zu treffen oder mich lesend auf einer Bank niederzulassen.

Was mir seit geraumer Zeit total sauer aufstößt, ist die sogenannte 2 G-Regel. Diese erscheint mir eher pädagogischer denn pandemiebedingter Natur. Mit 2 G wird fast ein Drittel der Bevölkerung seit Monaten von jeglicher Kultur ferngehalten und zum Banausentum verdonnert. Ohne Theater, Kino, Konzerten, Museen etc. mutiert der Mensch zur Dumpfbacke, und lässt man das länger so laufen, dann gewöhnt sich dieses Drittel an ein kulturloses Leben und irgendwann vermisst man gar nichts mehr. Das ist brandgefährlich! Und unmenschlich!

Öffentlicher Nahverkehr

Ebenso unsäglich empfinde ich die Testpflicht für den Öffentlichen Nahverkehr. Zwei Jahre hat man uns versichert, die öffentlichen Verkehrsmittel sind sicher. Luftumwälzung im Minutentakt verhindert Infektionen etc., etc. Nun schrieb die SZ etwas von Zügen als „rollenden Petrischalen“. Dass sich da die DB nicht vehement gewehrt hat, ist mir ein Rätsel und zutiefst erschreckend.

Wenn die hohe Politik schon gemerkt hat, dass mit dem Impfen fast nichts erreicht wurde – außer höherer Infektionszahlen – und die gehirnwäscheartige Aufforderung, sich 1x, nein 2x, nein 3x, nein, noch besser 4x oder 5x, in immer kürzeren Abständen impfen zu lassen, erst sechs Monate, dann vier, dann drei Monate ... geht’s noch? Ein frisch getesteter Bürger ist für mich allemal noch sicherer, was die Verbreitung anbetrifft, als ein vor einem Jahr geimpfter Mensch.

Und Omikron führt allen vor Augen: Es war vieles schlichtweg umsonst. Die Impfung als Allheilmittel haben führende Wissenschaftler von Anfang an infrage gestellt. Nun hat die Androhung der Impfpflicht die Bevölkerung vollends gespalten, die Guten fühlen sich moralisch himmelhoch überlegen, und die bösen Unwilligen sollen doch schauen, wo sie bleiben. Die kriegt man schon noch weich mit weiteren pädagogisch wertvollen Maßnahmen.

Ich bin erschüttert in meinem Vertrauen in die liberale Demokratie und sehe und staune, wie schnell Ausgrenzung, Petzertum und Feindseligkeit zunehmen. Grundgesetz, quo vadis?

Tests nicht an jeder Hausecke

Es sollte für unseren Landkreis die 2G-Regel überdacht werden, sie treibt auch viele kleine Ladenbesitzer und Kulturschaffende in die schiere Verzweiflung und bringt wahrscheinlich infektionsmäßig nicht viel. Es sollte auch 3 G im Öffentlichen Nahverkehr überdacht werden.

Man kann sich nicht an jeder Hausecke testen lassen und will das auch irgendwie und irgendwann nicht mehr. Ich müsste zum Testen zum Beispiel mit dem Bus fahren, haha, da ich gehbehindert bin, und damit begehe ich ja per se schon eine Ordnungswidrigkeit, was eine Zumutung ist. Ich habe vor zehn Jahren mein letztes Auto verkauft aus Umweltschutzbewusstsein, werde aber, wenn nicht bald sich an der 3 G-Regel was ändert, wieder ein Auto erstehen und damit herumsausen. Und mit diesem Vorhaben bin ich nicht allein. Auch einer dieser Kollateralschäden, von Depressionen, Pleiten, Gewaltausbrüchen usw. ganz abgesehen.

Gundula Martz

Bensheim-Auerbach

Info: Leserbrief-Richtlinien online: www.bergstraesser-anzeiger.de/leserforum

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