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Weiherhausstadion Der Amtsschimmel hat über das Ziel hinausgeschossen

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Als ich am Neujahrstag das schöne Wetter nutzte und am Weiherhausstadion vorbeikam, bemerkte ich mehrere Kinder mit Ball am Tor rütteln. Ich schaute daraufhin auf das Schild am Tor und musste realisieren, dass das Weiherhaus sowohl an den Weihnachtsfeiertagen als auch an Neujahr geschlossen blieb.

Ich war und bin immer noch entsetzt darüber. Gerade wenn Kinder in den Ferien an den langweiligen Feiertagen draußen kicken wollen, bleibt ihnen dies verwehrt. Ich kann mich noch erinnern, wie wir früher gerade an den Weihnachtsfeiertagen mit unseren Kindern auf die Tore spielten, auf dem Übungsrasen rannten oder Geschenke ausprobierten. Und die Vorsätze für das neue Jahr mit mehr Sport mündeten oft in einigen Laufrunden auf der Tartanbahn, einer großen Stadionrunde oder an den Übungsgeräten.

Und nun: Zu! Die Stadtverwaltung schließt mit ihrem Hausrecht die massiven Tore und macht die Freizeitanlage zu einer geschlossenen Veranstaltung für die ansässigen Vereine. Deren Rechnung wird aber nicht aufgehen, wenn die jungen Kicker von TSV oder FC 07 nicht auch in ihrer Freizeit dort spielen können und so den Nachwuchs bilden.

Bensheim braucht diese freien Bewegungsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche, an denen es sowieso schon mangelt (die Skaterbahn ist ja auch schon länger zu). Das Stadion ist auch Naherholungspark für die umliegenden Wohngebiete und wird gerne von Alt und Jung besucht. Und auch zu Fuß durchquert.

Apropos Drehtüren: Die Ankündigung „raus geht immer, nur rein kann man dann nicht mehr“ scheint auch nicht erfüllt. Ist das stählerne Drehkreuz einmal zu, sind Besucher entweder eingeschlossen oder müssen zuvor mit hohem Personalaufwand aus dem Stadion komplimentiert werden. Das ist sicher auch nicht im Sinne des Erfinders.

Und so bleibt für mich die Erkenntnis: Hier hat der Amtsschimmel vermutlich über das Ziel hinausgeschossen.

Markus Bamberg

Bensheim

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