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Corona-Impfungen Ausgrenzung von Mitbürgern wirkt über Jahrzehnte

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Leserbrief als Reaktion auf das Leserforum „Nicht-Geimpfte als Risiko für Patientenversorgung“, BA vom 17.11.2021.

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Folgt man der Denkstruktur des Leserbriefschreibers und seiner wiederholten Aufforderung „Nehmen wir einmal an…“, dann kann ich mir vieles vorstellen. Vor dem Hintergrund der Geschichte Deutschlands ist es allerdings nicht ganz unproblematisch, wenn der Autor in der Art von Grimms Märchen eine Ausgrenzung von Teilen der Bevölkerung in Deutschland skizziert.

Nach der Überwindung der Nazidiktatur gab es in Deutschland mit Unterstützung demokratischer Kräfte einen Neubeginn mit der Demokratie als Staatsform. Demokratie ist – ob es einem gerade in den Kram passt oder nicht – für alle da. Die Menschenrechte, die von vielen Bürgern wie eine Monstranz vor sich hergetragen werden, gelten nun mal grundgesetzlich garantiert auch für ungeliebte Bürger. Wenn wir also etwas in Deutschland gelernt haben sollten, dann ist es das, dass die Ausgrenzung von Bevölkerungsteilen ins Verderben führt. Es sei denn, man befürwortet eine andere Art des Staates. Auch das steht jedem frei!

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Was aktuell in manchen Zeitungsberichten steht – und auf dieser Basis fußt vermutlich auch der Leserbrief –, berücksichtigt nicht die Gefahr der Eigendynamik hinsichtlich des Denkens und Verhaltens von Teilen der Gesellschaft. Wenn überall publiziert wird, dass ein Teil der Bevölkerung dumm und eben nicht zugehörig sei, dann hat das nachhaltige Auswirkungen auf das grundsätzliche Demokratieverständnis. Und das ist nun mal die Grundlage eines guten Zusammenlebens.

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Ganz wichtig – und das ist die Lehre aus den dunklen Jahren in Deutschland: Es dauert mindestens zwei Generationen, bis die individuelle Bewertungsskala in Bezug auf ausgegrenzte Teile der Bevölkerung wieder auf demokratischem Boden steht. Eine Ausgrenzung von Mitbürgern lässt sich nicht auf eine Zeitspanne begrenzen, das wirkt Jahrzehnte lang! Das lässt sich nicht einfach so wieder einfangen. All diese Dinge sollten Menschen, die des Denkens mächtig sind, berücksichtigen.

Wir befinden uns mit der Herausforderung Coronavirus in einer Prüfung, welche die Frage beinhaltet, ob wir das Grundgesetz als Basis des Zusammenlebens akzeptieren oder nicht. Es geht mir dabei nicht um die Frage, ob Impfen richtig ist oder nicht.

Karl Kraft

Bensheim

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