Corona-Pandemie Aus weniger wird mehr

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„Wachstum der Weltbevölkerung begrenzen“, BA-Leserforum vom Samstag, 2. Mai

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Den Denkanstößen des Leserbriefschreibers zur notwendigen Wachstumsbegrenzung der Weltbevölkerung möchte ich noch einen weiteren Aspekt hinzufügen.

Es genügt leider nicht, nur den stetigen Zuwachs der Bevölkerung zu begrenzen, sondern selbst bei stagnierender Bevölkerungszahl verbrauchen wir bereits jetzt mehr an natürlichen Ressourcen, als unsere Erde dauerhaft verkraften kann.

Verdeutlicht wird dieses durch den jährlich früher eintretenden Erdüberlastungstag (Earth Overshoot Day). Deutschland lebt in diesem Jahr bereits seit Anfang Mai auf Kosten der Zukunft, und die Weltbevölkerung insgesamt wird im Juli mehr verbraucht haben, als unser Planet jährlich ersetzen kann.

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Wir liegen mit unserer Pro-Kopf-Belastung zwar hinter den USA, aber noch vor China. Ohne die Veränderung unserer (westlichen) Lebensweise werden unsere Kinder und Enkel noch in diesem Jahrhundert den Verlust ihrer Lebensgrundlagen weit schmerzhafter erleben müssen, als uns dieses zurzeit wegen Corona zugemutet wird.

Verschwenderische Lebensweise

Es wird nicht reichen, angesichts unserer verschwenderischen Lebensweise allein nur auf den Erfindungsgeist der Menschen zu vertrauen. Fast alle entwickelten Einsparungsmöglichkeiten wurden bislang durch den anschließend herbeigeführten Absatzanstieg wieder aufgebraucht.

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Wir müssen deshalb schrittweise unser Konsumverhalten ändern und zukünftig mehr auf Qualität als Quantität achten. Auch wenn viele die baldige Rückkehr zu unserem gewohnten Lebensstil vor Corona herbeisehnen, so ist es unerlässlich, zukünftig vermehrt auf Überflüssiges zu verzichten, um durch eine gezielte Nachfrage nachhaltige Produkte und umweltverträgliche Dienstleistungen zu befördern.

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Eine Erfolgsbilanz vorzugsweise an Absatzsteigerungen weiterhin festzumachen, ist angesichts dramatisch abnehmender Ressourcen selbstzerstörerisch. Letztendlich bedeutet diese Überlebensstrategie für uns alle: Wir müssen für weniger mehr zahlen. Nur so lässt sich für unsere Nachkommen eine lebenswerte Zukunft sichern.

Johannes Truschel

Bensheim