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Zu guter Letzt

Wohlfeile Superlative aus Brüssel

Von 
Michael Roth
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Bergstraße. Wenn die EU heute ihre Klimaziele vorstellt, dann wird es ein rhetorisches Fest der wohlfeilen Superlative. Immer früher, immer schneller soll die Union CO2-frei werden. Bisher galt dass der CO2-Ausstoß bei Neuwagen im Jahr 2030 im Schnitt um 37,5 Prozent niedriger sein soll als 2021. Nun will die Kommissionen die Zielvorgabe auf 50 und mehr Prozent anheben.

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Das ist zumindest ambitioniert, aber eher illusorisch, vor allem aber wohlfeil. Besser wäre es, wenn Brüssel auch Ideen hätte, wie die Autoindustrie da hinkommen soll. Dass es nur mit mehr Elektroautos geht, ist klar. Die wird es geben. Aber wo sollen die ganzen Ladestationen herkommen, wer baut und bezahlt sie? Für jeden weiteren Prozentpunkt der Zielverschärfung braucht man 200.000 öffentliche Ladesäulen, hat der Automobilverband errechnet. Bis 2030 wären das bei minus 50 Prozent CO2-Emissionen sechs Millionen Ladesäulen. Heute sind es weniger als 225.000. Nötig wäre also eine Steigerung um den Faktor 27 in 10 Jahren. 2030 wird übrigens wohl keiner der EU-Politiker, die die Ziele heute beschließen, im Amt sein. So kann man heute viel fordern. Auch das ist wieder nur wohlfeil.

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