Zu guter Letzt Sachverstand muss gehen

Von 
Michael Roth
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Bergstraße. Die SPD hat eine dritte Amtszeit des Wirtschaftsweisen Lars Feld verhindert. Feld, ein Wirtschaftsliberaler, hat stets die Schuldenbremse und solides Haushalten des Staates gepredigt. Für die Zeit nach Corona forderte er zuletzt eine Rückkehr zu normalen Grenzen der Staatsverschuldung.

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Dass Sozialdemokraten nicht vernünftig mit Geld umgehen können, ist ein alter Vorwurf. Dass sie nun jemanden verhindern, der zum vernünftigen Umgang mit Steuermitteln mahnt, erinnert aber schwer an das Bonmot, dass sie es auch nicht wollen. Sie rufen nach einem ihnen genehmen Sachverständigen. Dass die CDU, die sich auch schon recht weit von den hehren Prinzipien ihres wirtschaftlichen Ahnvaters Ludwig Erhard verabschiedet hat, Feld nicht durchsetzen konnte, spricht für sich. Laut Auftrag ist der Sachverständigenrat ein unabhängiges Gremium, das der Regierung den wirtschaftspolitischen Spiegel vorhalten soll. Ohne Feld wird der Spiegel ein Stück weit blind.

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