Zu guter Letzt Robin Hood hintergeht die Schwachen

Von 
Michael Roth
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Bergstraße. Der Discount-Broker mit dem berühmten Namen Robin Hood spielt an der Börse den Gutmenschen. Er gibt, getreu dem Film-Vorbild, den Armen und nimmt den Reichen. Soweit die Legende. In Wirklichkeit verkauft der Broker mit dem edlen Namen seine Nutzer für Geld und auch für dumm.

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Auf den ersten Blick ist Robin Hood, ein 2013 in Silicon Valley gegründeter Discount-Broker, der mit einfach zu bedienenden Gratis-Diensten vor allem jungen Menschen schnelle Gewinne an der Börse verspricht. Zu umstrittenem Ruhm kam er kürzlich in den Turbulenzen um den US-Videospielehändler Gamestop.

Die Finanzwelt demokratisieren, eine Revolte gegen die Börse anzetteln lautet das schillernde Credo. Doch Robin Hood ist so demokratisch wie Facebook und Google. Denn auch Robin Hood lebt von den Daten (Handelsaufträgen) seiner Kunden, die er verkauft. Und er verführt – zu riskanten Optionsgeschäften an der Börse. Geschäfte also von denen Börsenneulinge am besten die Finger lassen. Der echte Robin Hood hätte die Seinen nie so hintergangen.

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