Kommentar Lockdown auch für Fußballprofis

Von 
Michael Roth
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Bergstraße. Schon heute ist klar. Der Lockdown wird nächste Woche verschärft, Ausgangssperren, Pflicht zum Home-Office und Stillstand im öffentlichen Nah- und Fernverkehr zeichnen sich ab. Nur die Fußball-Bundesligen spielen munter weiter. Nun rechtfertigen sich die Profis, dass es unter ihnen kaum Corona-Fälle gibt. Das ist richtig. Aber wer am Mittwoch nach dem Pokalsieg von Kiel gegen München die enthemmt feiernden Menschen in Kiel gesehen hat, kann nur mit dem Kopf schütteln. Wie soll anderen erklärt werden, dass sie sich an die Regeln halten sollen, wenn der Fußball mitsamt seinen Folgen außen vorbleibt? Und warum dürfen die Profis ran und die Amateure nicht? Weil sonst das wirtschaftliche Überleben auf dem Spiel steht, so die gängige Antwort. Mit dieser Argumentation könnte auch jedes Modegeschäft und jedes Restaurant auf eine Öffnung pochen. Je mehr prominente Ausnahmen es von den bald härteren Corona-Regeln gibt, desto geringer wird die Akzeptanz bei allen.

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