Zu guter Letzt Kernkraft als Klimaretter

Von 
Michael Roth
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Bergstraße. Für Umweltschützer sind Kernkraftwerke Teufelszeug. Und Kohlekraftwerke erst recht. Beide Technologien sind hierzulande politisch beschlossene Auslaufmodelle. Im Rest der Welt wird das zunehmend anders gesehen. Dort wächst die Schar der Kernkraft-Fans. Microsoft-Gründer Bill Gates sieht sie sogar als einzige Möglichkeit, eine Klimakatastrophe zu verhindern. So sagte er dem Handelsblatt.

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In den USA wird die Initiative zur Dekarbonisierung des neuen Präsidenten Joe Biden dafür sorgen, dass sich die Schließung von Kernkraftwerken hinauszögert. Die Aktien von Konzernen, die Uran fördern, stiegen an der Wall Street jedenfalls schon mal. Auf der technischen Seite werden neue, sicherere und kostengünstigere Mini-Kernreaktoren mit Hochdruck entwickelt. In sie haben viele private und staatliche Unternehmen bereits viel Geld investiert, einige sind schon in der Prüfung durch Behörden. China und Russland arbeiten ebenfalls daran. Potenziell unbegrenzte Stromerzeugung, keine Treibhausgasemissionen und zuverlässiger als Wind- und Solarenergie, werben die Befürworter der Kernenergie. Gegner widersprechen vehement. Nur wenige Kilometer von uns, in Frankreich, regiert von einem bei grünen und linken Politikern allseits geschätzten Präsidenten, gibt es diese Dikussion überhaupt nicht. Dort laufen die Reaktoren einfach weiter. Deutschland war übrigens mal weltweit führend in der Kernkrafttechnologie.

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