Zu guter Letzt Inflation: Vernunft in der Minderheit

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Michael Roth
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Bergstraße. Vieles wird dieser Tage teurer und ein Ende ist nicht in Sicht. Die Inflationsraten steigen und die Verlierer stehen heute schon fest. Beschäftigte, bei denen Lohnsteigerungen verzögert den Preissteigerungen folgen. Sie verlieren an Kaufkraft. Gleiches gilt für die Rentner. Auch Sparer gehören traditionell zu den Inflationsverlierern.

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Laut ökonomischer Lehre müsste die Europäische Zentralbank bei steigenden Preisen gegensteuern. Sie kann die Zinsen erhöhen oder, in einem ersten Schritt, wenigstens weniger Staatsanleihen kaufen. Dann würde weniger Geld in den Markt gepumpt, was die Inflationsrate bremsen würde. Doch in der europäischen Zentralbank ist die ökonomische Vernunft mittlerweile in der Minderheit. Die Zinsen bleiben bei Null und es werden weiter fleißig Staatsanleihen gekauft. Vertreter der Länder, die sich so bequem über die EZB-Käufe finanzieren, allen voran Italien, stellen die Mehrheit bei der Notenbank. Dabei sollte die EZB eigentlich politisch unabhängig sein. Das war aber wohl nur mal ein frommer Wunsch.

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