Zu guter Letzt Impfstoffe: Links daneben

Von 
Michael Roth
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Bergstraße. Allerlei Politiker von links wollen Corona-Impfstoffe vergesellschaften. Die Firmen, die die Impfstoffe erfunden haben, sollen nach Ansicht der Linken-Partei gezwungen werden, ihre Patente für andere rauszurücken. Die Impfstoffknappheit belege ein Marktversagen, wird von Grünen hinausposaunt. Impfstoffe seien öffentliche Güter. Und auch aus der SPD, ursprünglich mal mit Sachverstand in Sachen Wirtschaft ausgestattet, hört man Ähnliches.

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Was für ein Blödsinn. Wer auch nur einen Funken Ahnung von Marktwirtschaft hat, weiß, dass eine Vergesellschaftung der Todesstoß für jede weitere Forschung ist. Wer macht sich schon die Mühe, etwas zu erfinden, wenn er es hinterher an andere verschenken soll. Ohne einen Markt, auf dem man Geld verdienen kann, hätte niemand einen Impfstoff erfunden. Das gilt übrigens für alle Produkte und Dienstleistungen.

Das Weltbild von links erinnert doch stark an die DDR. Vielleicht lohnt für die Impfstoff-Vergesellschafter ein Blick ins Geschichtsbuch. Die DDR ist vor allem aus wirtschaftlichen Gründen krachend gescheitert, weil dort alles vergesellschaftet wurde - und nichts funktionierte. Die DDR-Nostalgiker heben gerne Errungenschaften hervor wie Rotkäppchen-Sekt. Wir empfehlen zum Vergleich ein Glas Griesel-Sekt aus Bensheim. Noch Fragen?

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