Zu guter Letzt Grüner wohnen

Von 
Michael Roth
Lesedauer: 

Bergstraße. Mit fast schon traumwandlerischer Sicherheit schaffen es die Grünen immer wieder ihre gute Ausgangslage vor Wahlen zu schwächen. Das war schon bei der Forderung nach fünf Mark für den Liter Benzin, Ex-Parteichef Trittins Äußerungen zu Pädophilie und dem Veggie Day so. Und jetzt die Abneigung gegen Einfamilienhäuser. Verbieten und das Leben vorschreiben scheinen grüne Kernkompetenzen, die vor Wahlen immer wieder hervortreten.

AdUnit urban-intext1

Nun wollen aber dummerweise nicht alle Menschen so leben, wie die Grünen sich das vorstellen. Zwei Drittel der Deutschen etwa würden am liebsten in einem Einfamilienhaus wohnen. Und wenn die Grünen schon nach mehr Geschosswohnungsbau statt Einfamilienhaus rufen, dann hindert sie keiner daran, etwas dafür zu tun. Sie könnte in den vielen Landesregierungen, in denen sie sitzen, dafür sorgen, dass die Grunderwerbsteuer sinkt oder teure Denkmalschutzauflagen verschwinden. Dann könnte sich auch mancher, der einst vom Fertighaus mit Garten träumte, nochmal überlegen, ob nicht die Wohnung mit dem ausgebauten Dachgeschoss oder der modernisierte Altbau eine adäquate Alternative wäre. Das wäre dann im übertragenen Sinne auch grüner Wohnen.  

Chefredaktion