Zu guter Letzt Großbritannien macht viel Wind

Von 
Michael Roth
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Bergstraße. Nach dem Brüsseler Impf-Desaster können die Briten nun ein zweites Mal den Nachbarn auf dem Kontinent eine lange Nase drehen. Denn während in der EU und vor allem hierzulande vielfach von der Energiewende hin zu Wind- und Solarstrom geredet wird, machen die Briten einfach. Das Land ist der größte Markt für Offshore-Windenergieparks, also Windräder auf dem Meer. Ein Drittel der global installierten Kapazitäten stehen in britischem Wasser. Nichts weniger als das „Saudi-Arabien des Windes“ hat der allseits gerne belächelte Briten-Premier Boris Johnson für die Zukunft ausgerufen. Saudi-Arabien ist einer der größten Ölförderländer.

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Und deutsche Unternehmen mischen beim Wind-Ausbau kräftig mit, etwa die Energie Baden-Württemberg AG (EnBW), die auch noch der öffentlichen Hand im Ländle gehört. Zusammen mit dem Ölkonzern BP baut die EnBW in der Irischen See einen der größten Windparks. Marktführer Siemens lieferte derzeit Offshore-Windturbinen in die ganze Welt, nur nicht nach Deutschland. Und vor deutschen Küsten? Geht kaum etwas voran. Politik und Verwaltung sind mal wieder die Bremser. Die aktuellen Zubau-Zahlen in der deutschen Nord- und Ostsee befinden sich auf dem niedrigsten Stand der letzten zehn Jahre. Und was machen die Briten, wenn der Wind (was selten ist) nicht weht? Sie bauen gerade ein Kernkraftwerk.

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